Eltern zu fairen Fans erziehen

Urberach (lö) ‐ Der FC Viktoria startet ein Projekt gegen den Sittenverfall im Fußball und will dabei die Eltern seiner rund 200 Nachwuchs-Kicker in die Pflicht nehmen.

Hintergrund: Immer häufiger pöbeln die Zuschauer bei Jugendspielen - in der Regel Eltern - den Schiedsrichter bei vermeintlichen Fehlentscheidungen an, stürmen auf den Platz und bedrohen ihn sogar oder lassen sich zu Ausfällen gegenüber den Spielern hinreißen. Selbst die eigene Mannschaft ist vor unbeherrschten Eltern nicht mehr sicher. „Kanake“ sei noch eine der harmloseren Beschimpfungen.

Leider allzu oft werden wegen solcher Vorfälle Jugendspiele abgebrochen“, klagte Viktoria-Vorsitzender Werner Braun. Seine Söhne spielten von der F- bis zur A-Jugend bei der Viktoria, als Vater mit Fußballverstand sprang er des Öfteren als Schiedsrichter ein. Und mehr als einmal habe er um seine Gesundheit oder den Lack seines Autos gefürchtet.

E 2- und E 3-Jugend machen den Anfang

Während Hessenligisten wie Viktoria Urberach Fan- und Sicherheitsbeauftragte für ihre ersten Mannschaften haben, tut sich da im Jugendbereich so gut wie nichts. Als einer der ersten Vereine in Hessen will der FC Viktoria jetzt gezielte Elternarbeit betreiben: Sie sollen eine Selbstverpflichtungserklärung für Toleranz und gegen Rassismus unterzeichnen. Bei Verstößen droht im schlimmsten Fall Sportplatzverbot oder Vereinsausschluss - was Braun natürlich vermeiden will.

Den Anfang der Aktion „Fair bleiben, liebe Eltern“ machen die E 2- und E 3-Jugend. Ihr Trainer René Hirsch will auf dem Weg über die Kinder die Eltern zu toleranten Zuschauern erziehen.

Vor dem Hessenligaspiel am Samstag, 21. November, gegen Bad Hersfeld werben die E-Jugend-Teams für die Aktion, deren Schrimherrschaft Bürgermeister Roland Kern übernommen hat. Braun und Hirsch hoffen, sie nächstes Jahr auf alle zwölf Jugendmannschaften des FC Viktoria auszudehnen und auf eine Vorbildfunktion für andere Vereine in der Region.

Quelle: op-online.de

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