EM-Champions von übermorgen?

+
Halit Bayraktargun aus der ersten Mannschaft des KSV Urberach brachte die Rasselbande der zukünftigen Bambinis spielerisch in Schwung.

Rödermark (chz) - Das ist sowohl der Abteilung als auch dem Gesamtvorstand zu wenig. Jetzt sollen wieder die Allerjüngsten, die Bambinis, neu aufgebaut und zu einer Mannschaft geformt werden.

Das sind die Geburtsjahrgänge 2006 bis 2008, doch im Ausnahmefall können auch Jüngere ruhig mal mit hineinschnuppern.

Außerdem ist eine neue F-Jugend für die Geburtsjahrgänge 2004/2005 geplant. Auch diese Kinder können sich samstags erst mal ganz zwanglos dazu gesellen – die gesamten Ferien über bis hin zum 11. August, dem letzten Ferientag. Danach steigt auch in dieser Altersklasse das eigentliche Training.

Auch bei den Kleinen zeigten die Mädels schon mal den Jungs, wer hier der wahre Sieger der Herzen ist.

Werbung für die Bambinis hat der KSV in den Schulen, in Vereinen, über Anzeigen und über Freunde gemacht – und sie wirkte. „Schon am ersten Schnuppertraining Anfang Juni waren 28 Kinder da“, freut sich Koordinator Ralph Müller. Und es wurden immer mehr, selbst am ersten Feriensamstag wirbelte und dribbelte es nur so auf dem Sportplatz. Die kleinen Fußballer waren umrahmt von vielen Eltern und Familienmitgliedern, die schmunzelnd ihre hochzufriedene Meute im Blick, aber heimlich vielleicht doch schon die Hoffnung auf den nächsten kleinen Ronaldo oder die nächste Martha im Kopf hatten.

Drei Betreuer des KSV, alle aus der ersten Mannschaft, sowie D-Jugend-Spieler brachten die bunt gemischte Truppe aus Mädchen und Jungen in Schwung, ließen mit Bällen und Hütchen das Ballgefühl verstärken oder mit kleinen Spurts die Laufbereitschaft, an der es wahrlich nicht mangelte. Machte der Trainer theatralisch vor den Kindern schlapp, warfen sich eben alle mit triumphalen Aufschrei auf ihn drauf – ein guter Jugendtrainer hält das aus.

„Am wichtigsten ist der Spaßfaktor“

Eine gehörige Portion Geduld und Einfühlungsvermögen sind schon gefragt. Bleiben die Kinder wirklich alle bei der Stange? Zumindest die Frage nach den zukünftigen Trainern ist beim KSV längst geklärt: „Wir könnten sogar zwei Trainingsgruppen besetzen, wenn die Schnupperstunden vorbei sind.“

Die Schnupperstunde am Samstag endete viel zu früh, doch mit reichlich Gaudi. „Zieht mal die Schuhe aus – nein, nicht meine – eure! Wir gehen jetzt auf das Beachfeld in den Sand, da haben wir einen Fußball vergraben. Wer findet ihn?“ Die Aufforderung von Aushilfstrainer Halit Bayraktargun wurde sehr wörtlich genommen, mit großem Hallo und viel herumfliegenden Sand ging Luis (4) schließlich als Sieger der Ballsuche hervor. Alle Kinder bedauerten das Ende, alle Trainer schnauften aber erst einmal durch.

„Am wichtigsten ist der Spaßfaktor“, bescheinigte Dark Lazarin, der nach zwölf Jahren in den Reihen der KSV-Aktiven inzwischen Spieler bei den Alten Herren ist, „wenn die Kinder Lust aufs Spiel haben, sind sie auch engagiert.“ Er ist wohl das beste Beispiel: Einschließlich der AH-Spiele steht er sechs mal in der Woche hier auf dem Platz, zumal seine zwei Kinder in der D-Jugend spielen. „Wir haben hier wenig Hilfe von außen, aber alle Verantwortlichen sind mit Eifer dabei“.

Wie engagiert der KSV hinter dem neuen Jugendaufbau steht, zeigt sich jeden Samstagvormittag. Nicht nur Henning Brandt, der Abteilungsleiter Fußball beim KSV, ist stets da und steht schmunzelnd am Rand, sondern auch Werner Popp, der Vereinsvorsitzende.

Quelle: op-online.de

Kommentare