Entscheidung in letzter Minute

Waldacker - (lö) Nur mit den Stimmen von CDU und FDP beschloss der Bauausschuss - dem hatte die Stadtverordnetenversammlung die Entscheidung mangels Zeit übertragen - dem Umbau der B 459 in Waldacker.

Nach dreieinhalb Jahren meist konroverser Debatten kann der Magistrat nun den Zuschussantrag rechtzeitig vor dem 30. September beim Land einreichen. Der Umbau kostet rund 1,7 Millionen Euro, 880 000 Euro davon muss die Stadt finanzieren (Bushaltestellen, Bürgersteige, etc.).

Das Amt für Straßen- und Verkehrswesen bezahlt den unstrittigen Teil - die Erneuerung der Fahrbahn und deren Verengung, um den Verkehr auf der Ortsdurchfahrt zu bremsen. Im Kreuzfeuer der Meinungen stand von Anfang an alles links und rechts davon: Zwei oder drei Bushaltestellen? Busbuchten oder Bus-Caps? Zwei-Richtungs-Radweg auf der Ostseite der Straße oder auf jeder Seite einer? Ein Mehrzweckstreifen für alle Verkehrsteilnehmer oder für parkende Autos?

Immer neue Änderungswünsche verzögerten die Abstimmung, am 15. September sollte sie im Parlament fallen. Doch die Diskussion über die Aufwertung des Ortskerns von Ober-Roden zog sich in die Länge. Das Parlament betraute quasi in letzter Minute einstimmig den Bauausschuss mit der Entscheidung.

Bürgermeister Roland Kern und seine Partei, die AL, sahen sich heftigen Vorwürfen der Initiative „Hauptstraße Waldacker“ gegenüber: Schadenfreude habe ob der neuen Verzögerung aus ihren Gesichtern gestrahlt.

Unter dem Beifall aller Fraktionen drückte Kern jetzt im Ausschuss sein „äußerstes Befremden“ gegen alle Bürger aus, die zu allererst nur ihre Interessen und die ihres Stadtteils im Auge hätten.

Beschlossen wurde am Ende schließlich ein Umbau der B 459, der zu großen Teilen mit den Vorstellungen der Initiative übereinstimmt. AL und SPD sprachen von einem „Einknicken zu Lasten des Allgemeinwohls“. Die Koalition wertete die Entscheidung als „maßvoll, bedarfsgerecht und bürgernah“.

Quelle: op-online.de

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