Erfahrung auf zwei Rädern sammeln

Teststrecke des ADFC will Kindern Sicherheit vermitteln

Urberach - Radfahrende Kinder sind zum Glück nur selten in Unfälle verwickelt. 2015 registrierte die Polizei in Rödermark drei Unfälle, bei denen ein Junge und ein Mädchen leicht verletzt wurden. Doch vielen Kindern fehlt Erfahrung auf dem Rad.

Der Geschicklichkeitsparcours des ADFC hatte seine Tücken.

Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub geht deshalb mit einer Übungsstrecke auf Tour. Urberach war eine Station. „Mir ist heiß!“, „Ich hab Durst!“ und „Ich will noch nicht heim!“ waren wohl die meistgesprochenen Sätze auf dem Parkplatz am Märktezentrum. Über den Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) Baden-Württemberg hatte die Firma OBI einen großen Geschicklichkeitsparcours herbeigeschafft, der vom Rödermärker ADFC-Ortsverband aufgebaut und betreut wurde. Kinder konnten testen, wie sicher sie auf zwei schmalen Reifen und damit im Straßenverkehr unterwegs sind.

Laut Polizei sind radelnde Kinder gottlob kaum in Unfälle verwickelt. 2015 nahmen die Beamten in Rödermark drei Stück auf. Zwei Kinder wurden leicht verletzt. Das Statistische Bundesamt verzeichnet seit Jahren einen kontinuierlichen Rückgang der Verkehrsunfälle mit Kindern. Hessen schneidet dabei besonders gut ab: Pro 100.000 Einwohner verunglückten 2015 weniger als 250 Kinder auf der Straße. In Schleswig-Holstein liegt dieser Wert bei 374. Dennoch ist jeder Unfall einer zuviel.

Sicherheit kann es nie zuviel geben. Fahrräder und Helme, die selbstverständlich Pflicht waren, konnten die Kinder mit zum ADFC-Parcours bringen, notfalls aber auch vor Ort ausleihen; ansonsten brauchte es nur Geduld bei den wartenden Eltern. Die Nachwuchsradler – im Schnitt zwischen drei und zehn Jahren – waren Feuer und Flamme für das abgesperrte Quadrat, in dem der ADFC mit einfachen Holzteilen schmale Wippen, aus Leitern gebaute Ratterbahnen, schräge Kanten und steile Rampen aufgebaut hatte.

Was anfangs leicht aussah, erwies sich oft als tückisch. So mancher eifrige Radler musste aufgefangen oder in seinem Fahrspaß gebremst werden. Die sieben Helfer des ADFC, allen voran Vorstand Hanno Wirth, hatten alle Hände voll zu tun. Sein - allerdings subjektiver - Eindruck: Kinder waren früher sicherer auf dem Rad. Oft liegt"s an übervorsichtigen Eltern, die ihre Sprösslinge mit dem Auto überall hinbringen, weil die Straßen wegen der vielen Autos zu gefährlich sind. Hier beißt sich die Katze in den Schwanz. Wilde Crossfahrten im Wald sind vielen Jungradlern unbekannt.

Lichtspiele am Fahrrad - Nicht jeder Spaß ist erlaubt

Auf der Teststrecke merkte man die unterschiedliche Erfahrung der Kinder. „Ich hab"s geschafft!“, jubelte da schon einmal ein kleiner Radler nach dem rund 20. Anlauf, über die Rampe zu kommen. Ein anderer Junge nahm dagegen den gesamten Parcours ohne Pause völlig cool weit über 100 mal in Angriff. Viele Eltern sprangen kurzfristig helfend ein, nachdem die Kinder bald schon in Zweier- und Dreierreihen am Start warteten – eine schöne Veranstaltung, sinnvoll zudem fürs Üben des richtigen Reagierens an variierenden Hindernissen und bei plötzlich auftretendem Verkehr durch andere Kinder. Eltern und Kinder hoffen auf mehr davon. Denn nur Praxis bringt Sicherheit in kniffeligen Situationen.

Kontakt: www.adfc-roedermark.de (chz/lö)

Quelle: op-online.de

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