Entdeckertour an der Rodau

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Wie komme ich über einen Fluss, ohne mich nass zu machen? Leinen zum Laufen und zum Festhalten machen es möglich.

Rödermark - Barfuß durch die Rodau waten, Stichlinge, Bachflohkrebse oder Wasserskorpione fangen, den Bach trockenen Fußes überqueren oder ein Picknick am Strand - das alles waren Erfahrungen des Erlebnistages an der Rodau im Ferienangebot der Stadt. Von Christine Ziesecke

Zum dritten Mal bot die Ortsgruppe Rödermark des Naturschutzbundes Nabu diesen Rodautag an, und beim ersten Mal entstand daraus die Jugendgruppe. Eine Mutter fragte beim Abholen, ob es so etwas nicht öfter geben könnte. Die Nabu-Mitglieder nahmen die Anregung mit offenen Ohren auf und gründeten die NABU Jugendarbeit im Ort.

Betreut von der ausgebildeten Naturerlebnis-Pädagogin Birgit Weimann, den Vorstandsmitgliedern Verena Henschler und Dr. Rüdiger Werner und begleitet von NABU-Mitglied Ilse Polerowicz, machten neun Kinder viele neue Erfahrungen. Sie schauten ganz genau hin, was hier alles kreucht und fleucht, und machten durch Auszählen der Tierwelt eine Gütebestimmung des Rodauwassers. Und sie bekamen ganz viel Zeit, selbst zu schauen und zu entdecken und mit ihren Entdeckungen aufgeregt zum Team zu kommen, um sie dann mit Becherlupe und Bestimmungskarte auch zu betiteln.

Frisch aus der Rodau und auch gleich wieder drin: ein neunstachliger Stichling, von Justus aus dem kleinen Bach herausgefischt.

Jeder der jungen Teilnehmer zwischen neun und elf Jahren hatte eigene Lieblingsplätze und persönliche Schwerpunkte, als er mit dem Käscher durchs Rodauwasser lief oder durch die Böschungen streifte. Justus und Noa etwa waren meist vorndran und fischten, die Mädchen Maja, Sarah, Kristina, Yvonne, Linda, Lou und Vanessa suchten eher nach den kleinen Dingen oder den Blumen.

Maja fand einen Blutegel, der mit viel „Iihh“ erst einmal skeptisch besichtigt wurde. Daraus sollte dann ein bewunderndes „Aahh“ werden, nachdem Birgit Weimann ihr Wissen dazu preisgegeben hatte.

„Für Kinder schwer herauszusteigen“

Dr. Rüdiger Werner half mit der Leiter oder mit einem Seil aus, wo im Bach eine steile Uferböschung deutlich anzeigte: hier ist die Rodau noch nicht renaturiert, hier ist es sogar für Kinder schwer herauszusteigen. Wie schwer soll es da erst einem Kleingetier fallen? Und schon lagen die Vorteile der Rückführung der Rodau in ein frei wählbares Bachbett auf der Hand.

Verena Henschler lehrte die Kinder auch, wie man den Bach überqueren kann, ohne nasse Füße zu bekommen: sie spannte ein Seil als doppeltes Karree zwischen den Bäumen, auf dem die Kinder begeistert über die Rodau hangelten.

Mit großem Appetit wurde das Picknick am Rodauufer verspeist, denn Erkunden und Entdecken machen hungrig – und vor allem durstig, nachdem die Sonne den ganzen Weg von Ober-Roden hinter der Trinkbornschule bis fast zum Badehaus und zurück begleitete. „Die Entdeckung, nicht neben dem Bach zu laufen, sondern barfuß, mit Sandalen oder mit Gummistiefeln in der Rodau, die an manchen Stellen schon fast dschungelartig umwachsen ist, ist heutzutage für alle Kinder ganz toll“, freuen sich die Nabu-Organisatoren.

Quelle: op-online.de

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