Für den Ernstfall gerüstet

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Alle Hände voll zu tun hatten die jungen Mitglieder der Jugendfeuerwehren, die sich um die vielen Verletzten des Flugzeugabsturzes kümmerten.

Urberach (chz) - Ausgesprochen zuschauerfreundlich und ebenso zufriedenstellend verlief die Bezirksübung aller Jugendwehren des Löschbezirks 2. Eine Firma aus Urberach hatte dafür ihr Gelände zur verfügung gestellt.

Das großzügige Areal der Urberacher Firma Rügemer erlaubte dafür ein Szenario, das die verschiedensten Einsatzmöglichkeiten für junge Wehrleute und für die Jugendgruppen der Johanniter aus Rodgau und Hanau bot.

Manchem der vielen Zuschauer fiel erst beim zweiten Hingucken auf, dass es sich bei dem von Thomas Weber und Einsatzleiter Karsten Klünder ausgedachten Unglück um einen Flugzeugabsturz handelte. Ein Kleinflugzeug der „Orwisch Air“ war über dem Gelände abgestürzt, hatte einen Kleintransporter unter Fahrwerkstücken begraben, brennende Flugzeugtrümmer waren auf dem ganzen Gelände verstreut und hatten die große Werkshalle durchschlagen.

„Wir haben lange überlegt, um eine Übung auf die Beine zu stellen, bei der jeder der 180 Jugendlichen aus zehn Jugendfeuerwehren etwas zu tun hat“, erläuterte Jugendwart Thomas Weber von der Urberacher Wehr die Grundidee.

Realistisches Flugzeugwrack gebaut

Aus 150 Metern Dachlatten und vielen Quadratmetern Planen war dafür im Vorfeld ein realistisches Flugzeugwrack entstanden, die Einsatzstelle erforderte an fünf Schauplätzen schnelle Hilfe. Dafür waren 22 Feuerwehrautos mit Freiwilligen aus Ober-Roden, allen Rodgauer Wehren, Heusenstamm, Rembrücken, und Urberach im Einsatz; dazu Eppertshäuser und Offenthaler Floriansjünger als langjährige Übungsgäste.

Bilder von der Übung

Übung der Jugendfeuerwehren

Die Johanniter waren mit zehn Jugendlichen und fünf Betreuern zur Einrichtung des Sanitätsplatzes und Betreuung der Verletzten vor Ort; allein ihre originalgetreu geschminkten Wunden bei den freiwilligen „Opfern“ ließen die Zuschauer schon schaudern.

Während im hinteren Teil des Geländes ein Baggerfahrer der Firma Rügemer seelenruhig weiter Erdhügel versetzte, schossen im Vordergrund Flammen aus einem Sandhügel, zog dicker Qualm aus der weit entfernten anderen Ecke des Geländes in die Luft und gellten immer durchdringendere Schreie aus dem Flugzeugwrack.

Kochlehrgang sorgt für ein leckeres Essen

Doch die vielen Helfer waren von ihren Einsatzleitern gut organisiert; nach einer Stunde zeichnete sich ab, dass die Lage im Griff und die Verletzten gut betreut waren und die zahllosen Hilfsmittel langsam wieder ordentlich verstaut werden konnten.

Beim gemeinsamen Essen im Urberacher Feuerwehrhaus, das dem parallel stattfindende Kochkurs als „Übung“ diente, wurden die Aktionen rund um den Flugzeugabsturz noch nach besprochen, ehe es ins KSV-Heim ging, wo der anstrengende Tag mit Spiel und Spaß zu Ende ging. Der große Dank der Urberacher Wehr geht vor allem an die Firma Rügemer, die ihr geradezu optimales Gelände zur Verfügung gestellt hatte.

Das wohl verdiente Abschlussessen der großen Bezirksübung der Jugendfeuerwehren hatten neun Teilnehmer des Kochlehrgangs zubereitet, der ab Freitag Jugendwarte und Jugendgruppenleiter aus Feuerwehren im ganzen Kreis zusammenführte.

Vegetarier und Laktose-Intoleranz bringen neue Erfahrungen

Vom theoretischen Aufbau einer Lagerküche über Hygienevorschriften und Einkaufszettel bis zu Speiseplänen für große Gruppen lernten die Teilnehmer unter der erfahrenen Leitung von Andreas Neun und Carsten Merwarth am Freitag bereits die Grundlagen fürs Kochen auf Lager und Fahrten. Am Samstag Vormittag wurde das neue Wissen praktisch umgesetzt mit dem Bekochen von 180 Übungsteilnehmern.

Die Fahrzeughalle wurde leergeräumt und flugs zur Zeltlagerküche umgebaut, Teilnehmer aus Dietzenbach, Rodgau, Rödermark oder Seligenstadt schnippelten gemeinsam Möhren und Paprika, wuschen sandige Lauchstangen und brutzelten in überdimensionalen Pfannen und Töpfen.

Einziger zusätzlicher und auf Lagern eher seltener Luxus: die Spülmaschine, die den Küchen-Großkampftag erleichterte. Zusätzliche Erschwernis für die Köche: zwei Vegetarier und ein Esser mit Laktose-Intoleranz – das bedeutete Umdenken und brachte wertvolle Erfahrungen für die nächste Lagerküche.

Quelle: op-online.de

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