Tag der Feuerwehr

Für den Ernstfall gerüstet

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Die Wehrleute des Ober-Röder Gefahrgutzuges haben die perfekte Ausbildung für Sondereinsätze bei Strahlenschäden, wie sie am Feuerwehrtag auf dem Urberacher Festplatz simuliert wurden.

Urberach - Lösch-Übung, Unfallsimulation und Spurensuche mit einem Hund: der Urberacher Tag der Feuerwehr bot großen wie kleinen Gästen wieder jede Menge Action und Information. Und zum Spaß gab’s ein flottes Rennen auf Bobbycars.

Der Tag der Feuerwehr ist immer ein abwechslungsreiches Fest für die ganze Familie – und das lässt man sich auch durch schlechtes Wetter nicht kaputt machen. Das Aprilwetter ließ nicht nur um die Mittagszeit viele Wehrleute zum Besen greifen, um die großen Pfützen auf Bänken, Tischen und auf dem Pflaster wegzufegen.

Allein die hundert vorbestellten Mittagessen sorgten in der großen Küche für Hochbetrieb und füllten alle Sitzplätze bis in den Saal hinein. Dazu gab’s schwungvolle Tischmusik vom Musikverein 06 Urberach. Vor der Feuerwache und auf dem Festplatz lief das Programm für Jung und Alt. Mit dabei waren auch die Johanniter Unfallhilfe oder die Kreisverkehrswacht, die mit dem Bremsschlitten auf dem Festplatz Versuche machte. Besucher Steffen Keim aus Waldacker etwa probierte die Aufprallsimulation im Schlitten aus. Bei nur elf Stundenkilometer, die wie 30 empfunden werden, stoppt der Schlitten abrupt – und sorgt für durcheinandergewirbelte und erschrockene Mitfahrer, die so viel Wucht nicht erwartet hatten. Der Schlitten der Landesverkehrswacht ist sonst an Schulen und auch beim Hessentag im Einsatz.

Den Zuschauern im weiten Rund wurden derweil praktische Tipps gegeben, etwa zum Notruf 112. Was mache ich, wenn etwas passiert? Bei der Unfallmeldung bloß nicht die wichtigen W-Fragen wie „Was?“, „Wo?“, „Wer?“ „Wie viele Personen?“ vergessen. Thema waren auch Probleme der Wehr mit zugeparkten Straßen.

Auch die Feuerwehrjugend selbst hatte ihren Spaß am Urberacher Feuerwehrtag.

Eine gemeinsame Übung der Wehren zog danach große und kleine Gäste in Bann: Verkehrsunfall mit einem Gefahrgüter enthaltenden Wagen mit Strahlenmaterial. „Die Leitstelle hat die Feuerwehr Urberach über einen Strahler-Unfall mit einer betroffenen Person informiert“, lautete die Ausgangslage. Dazu wurde der dafür speziell ausgebildete Gefahrgutzug mit rund 13 Wehrleuten aus Ober-Roden angefordert. Damit eine eventuelle Kontamination von Mensch und Material nicht verschleppt wird, ist ein bedächtiges Vorgehen nötig. Nur bei einem lebensbedrohlichen Zustand wird der kontaminierte „Strahler“ sofort abtransportiert. Sonst heißt es: besonnen reagieren, erläuterte der stellvertretende Urberacher Wehrführer Franz Keck, der als Mitarbeiter bei Merk in Darmstadt mit chemischen Prozessen besonders vertraut ist. In Strahlenschutzanzügen und mit Atemschutzgeräten ausgestattet, sorgten die Wehrleute schon optisch für große Aufmerksamkeit. Sie demonstrierten das Messen und Dekontaminieren in entsprechenden Schleusen und übergaben den „Verletzten“ an die Johanniter Unfallhilfe.

Übung in der Feuerhölle

Doch auch praktische Übungen mit der Spreizschere, eine Löschübung der Jugend an einer Hütte oder eine Suchhundeübung mit „Gibbs“, einem Suchhund des Man-Trailer-Teams Südhessen, wurden aufmerksam verfolgt. Die feuerrote Seifenkiste der Wehr erinnerte ans nächste Rennen; das große Plakat an der Feuerwache an das Sonnwendfeuer der Jugendwehr am 21. Juni.

Alles in allem über 70 Mitarbeiter bescherten den Besuchern eine anschauliche und für Außenstehende spannende Darstellung einiger Teilbereiche der Arbeit bei der Feuerwehr. Aber auch leckere Kalorien wurden gereicht: etwa beim Muttertagsessen mit bei Kaffee und Kuchen und einem Gläschen Sekt obendrein. 

Übung der Jugendfeuerwehren in Rödermark (2011)

Übung der Jugendfeuerwehren

chz

Quelle: op-online.de

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