Fahrverbot für Lastwagen gefordert

Verkehrszählung: Nicht ganz das Wunschergebnis

+
Eine Woche lang hing der unscheinbare grau-beige Kasten an der B486 und zählte rund um die Uhr Autos. 12.030 Pkw, Kleintransporter und Lastwagen fuhren im 24-Stunden-Schnitt vorbei: Das sind etwas mehr als bei der Messung im März (11.907), aber deutlich weniger als bei zwei Messungen im Sommer 2009 (12.603 beziehungsweise 12.463).

Urberach - Zahlen sprechen eine deutliche Sprache - sagt der Volksmund. Manchmal aber nuscheln sie, und man bekommt nicht das zu hören, was man gerne hören würde. Diese Erfahrung musste der Magistrat machen, nachdem das Ordnungsamt die Verkehrszählung an der B 486 ausgewertet hat. Von Michael Löw 

Die Stadt wollte wissen, wie viel Zusatz-Verkehr die Eröffnung der Südumgehung Offenthal nach Urberach bringt. Vom 14. bis zum 21. Januar erfasste deshalb ein Messgerät jedes Auto, das die Bundesstraße in Höhe des Abzweigs zur Bulau passierte. Im 24-Stunden-Schnitt fuhren 12.030 Autos vorbei - ein sattes Plus von 980 Autos zur Zählung unmittelbar vor der Freigabe. Der Unterschied zur Zählung im März ist aber deutlich geringer: nur 223 Autos mehr pro Tag.

Der von Anwohnern und Politikern prophezeite Verkehrsinfarkt auf Konrad-Adenauer- und Traminer Straße ist offenbar ausgeblieben. Erster Stadtrat Jörg Rotter und Stephan Brockmann, der stellvertretende Leiter des Ordnungsamtes, befürchten aber, dass bald deutlich mehr Autos durch Urberach rollen. Noch sei der 3,34 Kilometer lange neue Abschnitt der B 486 mehr eine Baustelle als eine Umgehungsstraße.

Rödermark werde daher nicht locker lassen und weiterhin für das Lkw-Durchfahrverbot kämpfen, das Regierungspräsident Johannes Baron während er Bauarbeiten zeitweise aufgehoben hatte, kündigte Rotter an. Baron hatte den Ersten Stadtrat Mitte Januar mit einem Brief verblüfft: Darin zweifelte er die Rechtsgrundlagen an, mit denen die Stadt Rödermark vor etlichen Jahren die Bundesstraße in Urberach für den Schwerverkehr gesperrt hatte. Gleichzeitig ließ Baron „mit Blick auf die bisherige Praxis“ durchblicken, dass das Verbot „beibehalten werden könne“.

Klarheit soll ein Gespräch zwischen Stadt und Regierungspräsident bringen. Ob der dann noch Johannes Baron heißt, ist ungewiss: Seit 17. Januar wird Hessen schwarz-grün regiert, und laut Koalitionsvertrag steht der Chefposten im RP Darmstadt den Grünen zu.

Das ärgert Autofahrer auf der Landstraße

Das nervt auf der Landstraße am meisten

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare