Erster Stadtrat Sturm hört auf

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Strebt keine dritte Amtszeit an: Erster Stadtrat Alexander Sturm.  

Rödermark - Was sich lange andeutete, ist jetzt Gewissheit: Rödermark muss bis zum Sommer einen neuen Ersten Stadtrat suchen. Amtsinhaber Alexander Sturm (CDU) steht für eine Verlängerung seiner Dienstzeit nicht mehr zur Verfügung. Diese endet am 30. Juni. Von Bernhard Pelka

Anfang der Woche hat Sturm den Kollegen von der CDU-Fraktion seinen Entschluss mitgeteilt. Wie die berufliche Zukunft des 50-Jährigen aussieht, ist derzeit offen. „Ich bin gespannt, was kommt“, sagt der gebürtige Urberacher.

In der Politik scheint er nicht bleiben zu wollen. Zumindest schließt er eine Kandidatur zum Bürgermeister nach dem Ende der Amtszeit von Verwaltungschef Roland Kern 2017 aus. „Ich stehe nicht gern in der ersten Reihe. Es ist an der Zeit, mal etwas anderes zu machen.“ 2005 war Sturm als Kandidat gegen Kern ins Rennen gegangen - und hatte verloren.

Zeitpunkt mit Bedacht gewählt

Der Zeitpunkt des Absprungs ist mit Bedacht gewählt. Zum Einen steht Sturms Lieblingskind, die Berufsakademie Rhein-Main, nach ihrem Neubau glänzend da. Zum Anderen ist die Konsolidierung des Haushalts auf den Weg gebracht.

Rödermark gehörte in den Jahren ab 2004 zu einer der ersten Kommunen in der Region, die unter der Regie des Kämmerers Sturm in der öffentlichen Verwaltung - wie in der Privatwirtschaft - die doppelte Buchführung (Doppik) sowie die Kosten- und Leistungsrechnung einführte. Das war die Grundlage für das Rödermärker Konsolidierungskonzept. Es erhält derzeit noch seinen Feinschliff und ist Grundlage dafür, dass die Stadt unter den Kommunalen Schutzschirm schlüpfen und auf 12,3 Millionen Euro Schuldenerlass hoffen kann. Die Stadtverordneten wollen darüber am 13. Februar entscheiden. Mit der Unterschrift des Magistrats beim Finanzminister am 15. Februar schlösse sich dann für Sturm der Kreis.

„Eine Schlüsselgeschichte waren die Bürgerbeteiligung und die Leitbild-Debatte“, wirbt er für diesen „strategisch richtigen Ansatz“ zur Haushaltsgesundung. „Erst durch den modernen Umbau unseres Finanzsystems hatten die Bürger dann Zahlen und Daten zur Verfügung, was die Stadt leistet und was das im Einzelnen kostet. Nur so konnten sie dann sagen, wo sie wirklich bereit sind einzusparen.“

Berufliche Zukunft offen

Alexander Sturm ist seit 1. Juli 2001 Erster Stadtrat. Zuvor war der Agraringenieur als Assistent an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Nürtingen im Fachbereich Betriebswirtschaft tätig. E-Plus und die Hessische Finanzverwaltung (dort als landwirtschaftlicher Sachverständiger) waren weitere berufliche Stationen des Vaters dreier Kinder.

Eine große Leidenschaft verbindet ihn mit dem afrikanischen Kontinent und dort insbesondere mit der Republik Namibia. Vielleicht spielt dies bei der beruflichen Neuorientierung eine Rolle. Wer weiß?

Quelle: op-online.de

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