FDP in Euphorie, SPD im Jammertal

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Rödermark - (lö) Landtagswahl macht Liberale zur Nummer zwei. CDU verliert leicht, wohingegen die Grünen kräftig an Wählerstimmen hinzu gewinnen.

Jubelstimmung, fast schon Euphorie herrschte bei der FDP, die mit 19,3 Prozent (plus 9,1 Prozentpunkte) ihr bislang bestes Ergebnis in Rödermark überhaupt erzielte und bei der Landtagswahl zweitstärkste Partei nach der CDU wurde (42,6 Prozent, minus zwei Prozentpunkte). SPD (16,2 Prozent, minus 11,7) und AL/Die Grünen (15,3 Prozent, plus 5,5) liegen nahezu gleichauf. 66,3 Prozent Wahlbeteiligung bedeuten nochmals 2,5 Prozentpunkte weniger als 2008.

„Das könnte das Endergebnis sein“, jubelte der FDP-Fraktionsvorsitzende Hans Gensert, als gegen 18.40 Uhr der erste Stimmbezirk ausgezählt war: Im Eichenbühl kamen die Liberalen auf 20,7 Prozent. Im Breidert hatte gar jeder Vierte die FDP gewählt, in Waldacker (Bezirk 6) erzielten die Liberalen mit 26 Prozent ihr bestes Ergebnis. Dass es am Ende „nur“ 19,3 Prozent waren, konnte Gensert verschmerzen. Der FDP-Vorsitzende Manfred Rädlein freute sich über ein liberales Spitzenergebnis „in einer Zeit, in der alle der Staatswirtschaft das Wort reden“.

„Gedämpfte Freude“ empfand die CDU-Vorsitzende Patricia Lips. Zwar habe die CDU Rödermark im Gegensatz zur Landespartei leicht verloren, doch bleibe sie „mit Abstand stärkste Partei“. Insgesamt sah sie das Ergebnis auch als Bestätigung der schwarz-gelben Koalition im Stadtparlament. Den FDP-Erfolg in Wiesbaden führt die Bundestagsabgeordnete aber auch auf Leihstimmen aus der CDU zurück.

Dass die Grünen gestern nur Platz vier belegten, geht nach Ansicht des AL-Vorsitzenden Eckhard von der Lühe in Ordnung: „Rödermärker Verhältnisse gibt es nur bei der Kommunalwahl.“ Er hatte gestern Abend auch schon den Urnengang 2011 im Kopf und forderte die FDP auf, sich in Rödermark stärker von der CDU abzugrenzen.

Dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Armin Lauer fiel in einer ersten Stellungnahme nur ein Wort ein - „desaströs“. Der Stadtverband sei „für die Fehler der Landespartei mitbestraft worden“. In acht der 21 Stimmbezirke lag die SPD sogar hinter CDU, FDP und Grünen. Vor einem Jahr war sie dank Ypsilanti-Bonus in zwei Urberacher Bezirken noch die Nummer eins gewesen.

Im „Grünen Baum“ hatte Silke Schranz gestern Mittag einen Beitrag fürs Hessen-Fernsehen gedreht. Die Fernseh-Frau kannte den „Grünen Baum“ noch aus dem Sommer 2007. Damals wollte Messenhausen Hessens „Dollstes Dorf“ werden. Wirt Harald Heberer hatte erzählt, dass die Messenhäuser schon seit Jahrzehnten im Gastraum über die Zusammensetzung von Stadtparlament, Land- und Bundestag entscheiden.

Quelle: op-online.de

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