Europäer von Geburt an

+
Mord-Geschichten machen Tobias Kruger doppelt neugierig: zum einen als Vorsitzender des Büchereivereins „Lesezeichen“, zum anderen als Fachjournalist für Waffenrecht.

Ober-Roden - Tobias Kruger ist Multi-Europäer. Und das seit seiner Geburt. Er besitzt die deutsche, schweizerische und französische Staatsbürgerschaft. Die erste hat er seiner Mutter zu verdanken, die beiden anderen seinem Vater. Von Michael Löw

Dass Tobias Kruger seinen Sommerurlaub ab Mitte August in Südfrankreich verbringt, hat indes nichts mit seiner Herkunft zu tun. „Ich mag den frischen Wind und den mediterranen Einfluss“, begründet er die Wahl seines Ferienziels.

Kruger unterscheidet zwei Arten des Reisens. Südfrankreich ist für ihn Urlaub zum Entspannen. Zum Entdecken fährt er gerne nach Wien oder Rom, Italiens Metropole hat‘s ihm besonders angetan: „Ein guter Espresso auf der Piazza Navona stellt fast alles in den Schatten!

DATEN & FAKTEN

Tobias Kruger wurde am 2. Juli 1979 in Saarbrücken geboren, wohnt in der Greifswalder Straße und ist ledig. 

1994 trat er in die JU, 1996 in die CDU ein.

Im Oktober 2001 rückte er in die Stadtverordneten-versammlung nach. Von 2003 bis 2006 war er Mitglied im Haupt- und Finanzausschuss. Seit April 2006 leitet er den Ausschuss für Bau, Umwelt, Sicherheit und Infrastruktur.

2005 wurde zum CDU-Vize gewählt.

Im Vier-Ströme-Brunnen an der Piazza Navona lässt Bestsellerautor Dan Brown einen italienischen Kardinal jämmerlich ertrinken. Kruger hat Browns Vatikan-Thriller „Illuminati“ geradezu verschlungen. Den Film findet er längst nicht so gelungen wie das Buch. Was möglicherweise daran liegt, dass Tobias Kruger als Schüler fünf Jahre lang jede Woche im Ober-Röder Bücherturm aushalf. Mit dem damaligen Leiter Adam Müller und Bernhard Nowak versah er Thekendienst und sortierte Literatur.
Dem Bücherturm blieb Kruger treu. Im Februar 2006 war er mit Begründer des Vereins „Lesezeichen - Freundeskreis der Stadtbücherei“, im April 2008 übernahm er den Vorsitz. „Gebabbel mit grie Sooß“, eine literarisch-kulinarische Hessenreise, ist im Herbst das nächste große Projekt.

Reichlich trocken klingt hingegen Krugers Berufsbezeichnung Fachjournalist. Neugierde wecken da schon eher die Blätter, für die er schreibt: der „Kriminalist“ und die „Zeitschrift des Bundes deutscher Kriminalbeamter“. Kruger hat sich tief ins deutsche Waffenrecht eingearbeitet, ein für ihn juristisch wenig beackertes Gebiet, das irgendwo zwischen Straf- und Verwaltungsrecht angesiedelt ist. Das Massaker, das der 19-jährige Robert Steinhäuser im April 2002 an einer Erfurter Schule anrichtete, gab den Anstoß, sich mit diesem Thema zu beschäftigen.

Trotz der Bluttaten in Erfurt oder Winnenden lehnt Kruger ein totales Waffenverbot in privaten Haushalten ab. Das würde seiner Ansicht nach tausende von Schützenvereinen vor große Probleme stellen: Würden beispielsweise alle Ober-Röder Schießsportler ihre Waffen im abseits gelegenen Diana-Schützenhaus lagern, müsste das gesichert werden wie eine Bank.

Kruger bevorzugt Aufklärung und Überprüfung. Im Februar 2005 absolvierte er die Ausbildung zum Sachkundeausbilder und -prüfer. Seit November 2005 ist Tobias Kruger Vorsitzender Fachkundeprüfer des Regierungspräsidium Darmstadt bei der IHK Frankfurt. Sein nächstes Ziel ist die Anerkennung als Sachverständiger, doch das Mindestalter dafür liegt bei 30 Jahren. Diese Voraussetzung erfüllt er seit dem 2. Juli.

Seit Tobias Kruger im Herbst 1997 die Ergebnisse eines Symposiums „Jugend und Parlament“ im Bundestag vortrug, ist er bekennender Rhetorik-Anhänger. Er ist außerhalb der Haushaltsberatungen der einzige Stadtverordnete, der nicht vom Platz aus spricht, sondern ans Rednerpult geht. Im Stehen, so seine feste Überzeugung, sei doch eine viel deutlichere Körpersprache und ein intensiverer Blickkontakt möglich.

Ich kritisiere die Diskussionskultur hier im Haus schon seit ich Stadtverordneter wurde“, berichtet Kruger. Ginge es nach ihm, würde das Rednerpult aus seiner Ecke geholt und in die Mitte des Sitzungssaales gerückt. Jeder Stadtverordnete, der mehr als zwei Sätze sagt, gehört seiner Ansicht nach ans Mikrophon.

Kruger will sich für mehr Debatten von Angesicht zu Angesicht stark machen: „Und wenn es das Letzte ist, was ich in meinem politischen Leben tue!

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare