Post baut am Urberacher Festplatz um / Künftig keine Schließfächer mehr

Ex-Filiale wird Versandstützpunkt

Total verspiegelt: Der Schalterraum der Postfiliale am Festplatz dient nur noch als Parkhaus für die Fahrräder der Zusteller. Im Schaufenster spiegeln sich parkende Autos und die Feuerwache, von Postkunden drinnen ist längst nichts mehr zu sehen. 
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Total verspiegelt: Der Schalterraum der Postfiliale am Festplatz dient nur noch als Parkhaus für die Fahrräder der Zusteller. Im Schaufenster spiegeln sich parkende Autos und die Feuerwache, von Postkunden drinnen ist längst nichts mehr zu sehen. 

Vor knapp zwei Jahren hat die Post die Schalter ihrer Filiale am Festplatz für den Publikumsverkehr geschlossen. Dafür wird das Gebäude nun umgebaut. 

Urberach – Vor knapp zwei Jahren hat die Post die Schalter ihrer Filiale am Festplatz für den Publikumsverkehr geschlossen. Gebäude und Hof wurden als Zustellstützpunkt genutzt, drinnen blieben als letzter Kundenservice die Schließfächer übrig. Doch auch damit ist seit ein paar Tagen Schluss; die Deutsche Post AG konzentriert sich am Festplatz aufs Zustellgeschäft für Briefe und Pakete.

Dafür baut sie das Gebäude um. Die Arbeiten beginnen im März, sagte Postsprecher Stefan Heß auf Anfrage unserer Zeitung: „Wir stärken den Zustellservice vor Ort.“ Derzeit gibt es in Urberach neun Bezirke, künftig werden es zehn sein. Das schafft auch einen neuen Arbeitsplatz. Die Zusteller sollen von hier aus sowohl Briefe als auch Pakete ausliefern. Geplant ist der Einsatz der elektrischen „Streetscooter“, was die Transporte mit benzin- oder dieselgetriebenen Fahrzeugen reduzieren soll.

Die Post reagiert mit dem Ausbau auf eine grundsätzliche Entwicklung: Weil die Briefmengen jährlich zwischen zwei und drei Prozent abnehmen, finden ihre Mitarbeiter in Briefkästen und Postfachanlagen immer weniger Sendungen vor. Im Gegensatz dazu wächst die Zahl der beförderten Pakte jedes Jahr zwischen fünf und sieben Prozent. Heß: „Befeuert durch den Versandhandel per Internet, verzeichnen wir bei Paketen, Päckchen und bei warentragenden Briefsendungen Zuwächse, weshalb wir unter anderem unser Packstationsnetz kontinuierlich enger knüpfen.“

Heß spricht von der betriebswirtschaftlichen Entscheidung, Wachstumschancen zu ergreifen und die Weichen so zu stellen, dass die Post an diesem Wachstum partizipieren kann.

Das heißt aber im Umkehrschluss: Alles, was kein Geld bringt, kommt auf den Prüfstand oder wird abgeschafft. So wie die überwiegend von Geschäftskunden genutzten Schließfächer am Festplatz.

Vertreter des Unternehmerforums, Bürgermeister Jörg Rotter und Wirtschaftsförderer Till Andrießen hatten Ende Januar noch einen Versuch unternommen, die Post umzustimmen. Vergebens – die Schließung der Urberacher Postfächer sei „aus wirtschaftlichen Gründen unumgänglich“. Daher könnten die veralteten Fächer nicht in den neuen Versandstützpunkt integriert werden.

Geschäftspost wird künftig zusammen mit allen anderen Briefen ausgeliefert. Die Post versicherte, Gewerbegebiete bevorzugt und so früh wie möglich anzufahren. Als Alternativen bot sie 16 freie Schließfächer in Ober-Roden oder den kostenpflichtigen Hin- und Weg-Service an. Zusteller bringen montags bis freitags die Briefe morgens zu einem fest vereinbarten Termin ins Haus und holen ausgehende Sendung nachmittags auch wieder ab.

Die Post betreibt in Rödermark fünf Filialen, einen Paketshop und zwei Packstationen.  

Quelle: op-online.de

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