Familie aus Ober-Roden verliert Vertrauen

Post mit Geld verschwindet

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Der Briefkasten von Familie H. in Rödermark blieb in der Vergangenheit ein paar Mal zu oft leer.

Ober-Roden - Es sind harte Vorwürfe, die eine Familie aus der Odenwaldstraße gegen die Post erhebt: In den vergangenen zwei Jahren verschwanden immer wieder Briefe - darunter auch Glückwunschkarten mit Geld oder Gutscheinen. Von Michael Löw 

Die Post hat ihren Sicherheitsdienst eingeschaltet, doch die Briefe sind nicht wieder aufgetaucht. Die Familie H. ist des Berufs wegen nach Ober-Roden gezogen. Den Kontakt zu Verwandten und Freunden in der sächsischen Heimat pflegt sie zu großen Teilen auf die gute alte Art: „Wir schreiben gern und sammeln alle gern Karten.“ Seit 2015 würden jedoch immer häufiger Briefe und Karten nicht ankommen, von denen die Absender versichern, sie losgeschickt zu haben. 13 solcher Sendungen seien auf dem Weg in die Odenwaldstraße verschwunden, klagen die H.s. Meist waren es dicke Klapp-Glückwunschkarten, in denen ein paar Euro, Blumen-Gutscheine oder kleine Geschenke steckten.

Den finanziellen Schaden von mehr als 60 Euro will die Familie mangels Erfolgsaussichten von der Post nicht einfordern. Aber sie hat das Vertrauen verloren: „Es ist uns ein Rätsel, wie ein Unternehmen, das mit Zuverlässigkeit und Kundenzufriedenheit wirbt, solche Zustände zulassen kann.“ Frau H. vermutet gar, dass die Post den Briefverkehr mit Absicht unattraktiv macht.

Reklamationen bleiben erfolglos

Vier Reklamationen beim Post-Kundenservice in Bonn blieben erfolglos, Familie H. wandte sich mit ihrem Ärger an unsere Zeitung. Wir haben die Post mit den Vorwürfen konfrontiert. Stefan Heß von der Pressestelle nannte sie „schwerwiegend“ und gab die Beschwerde an den unternehmensinternen Sicherheitsdienst weiter.

Der ermittelte fast zwei Wochen lang. Doch die Sache bleibt schleierhaft, räumte Heß jetzt ein. Interessant ist’s trotzdem, mit welchem Aufwand die Post solchen Dingen nachgeht. In der Odenwaldstraße trägt seit Jahren ein zuverlässiger Stammzusteller die Post aus. Im fraglichen Zeitraum brauchte der Mann laut Stefan Heß zweimal eine Krankheitsvertretung, eine übernahm der Bereichsleiter.

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Der Sicherheitsdienst prüfte, ob es im Bezirk überdurchschnittlich viele Reklamationen gab oder besonders viele Sendungen mit dem Vermerk „Empfänger unbekannt“ zurückkamen. Wenn sich so etwas häuft, schickt die Post unangemeldete Kontrolleure. Aber rund um die Odenwaldstraße liegen die Qualitätsdaten „absolut im grünen Bereich“, erklärt Heß.

Er ist sicher, dass das Problem nicht in Ober-Roden liegt, sondern vielleicht schon bei der Leerung eines sächsischen Briefkastens oder einer der vielen Station unterwegs. Die Post bleibe dran und werde notfalls sogar präparierte Briefe einschleusen.

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Quelle: op-online.de

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