Familienbesuchsdienst der Stadt begrüßt Neugeborene

Hinschauen, aber nicht kontrollieren

Rödermark - 248 kleine Rödermärker erblickten 2016 das Licht der Welt. Die meisten Familien bekamen kurz nach der Geburt Besuch von der Stadt. Ariane Reinhard brachte ihnen das Informationspaket „Willkommen im Leben“ vorbei und wies auf Hilfen hin, wenn's nicht rund läuft.

Am 1.  August hat Eva Kaspar-Ciolek diese Aufgabe übernommen. Vor etwa zehn Jahren sorgten quer durch die Republik Fälle von Kindesmisshandlung oder Verwahrlosung für Schlagzeilen. Jugend- und Sozialämter gerieten unter Druck. Sie würden zu wenig kontrollieren, lautete der Vorwurf. Seit 2008 gibt es bei der Stadt Rödermark das Projekt „Willkommen im Leben“, das mit Informationen vorbeugen will. Familien mit einem Baby werden – wenn sie dies wünschen - etwa sechs Wochen nach der Geburt von einer städtischen Mitarbeiterin besucht. Eva Kaspar-Ciolek, die bisher als Erzieherin im Familienzentrum „Liebigstraße“ gearbeitet hat, hat zum 1. August das Projekt von Ariane Reinhardt übernommen.

„Wir führen keine Kontrollen durch“, nimmt Edith Itta, die Leiterin der Fachabteilung für Kinder und Jugend, Eltern die Angst vor behördlicher Überwachung. Manche Familien würden Probleme beim Besuch jedoch von sich aus ansprechen: „Nicht alle kommen mit dem Kind zurecht.“ Dem Ersten Stadtrat Jörg Rotter ist es deshalb „wichtig zu wissen, wo wir hingucken müssen“. Die Stadt betreibt Vorbeugung, deren Erfolg sich kaum in Zahlen ausdrücken lässt.

Eva Kaspar-Ciolek besucht im Auftrag der Stadt Familie, die ein Baby bekommen haben.

„Willkommen im Leben“ ist ein Informationspaket für die ersten Jahre eines Kindes. Eltern finden wichtige Hinweise zu familienbegleitenden Angeboten in Rödermark und im Kreis. Die Mappe enthält aktuelle Infos zu den Angeboten der Familienzentren, ein Gutschein zum einjährigen kostenlosen Besuch der Stadtbücherei liegt ebenfalls bei. Das Willkommenspaket informiert auch über die Familienkarte Hessen, die zum Beispiel eine kostenlose Unfallversicherung für Kinder bis zum Schuleintritt und für den betreuenden Elternteil in den ersten drei Lebensjahren bietet, und noch viel mehr.

Eltern finden aber auch eine Notrufliste und Informationen über Beratungsstellen und Angebote, die Familien in schwierigen Lebenssituationen unterstützen. Eva Kaspar-Ciolek kündigt ihren Besuch schriftlich an. Die Termine dauern, je nach Informations- und Gesprächsbedarf, zwischen 10 und 30 Minuten. (lö)

Fragen vor der Geburt - Baby-Planner helfen werdenden Eltern

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © dpa

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