Gallus-Gemeinde feiert in der KSV-Halle

Kreppel und Küsschen, die kein Prinz will

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Lotti Krekel alias Birgit Janovsky (links) und Margit Sponheimer alias Marcella Hagenauer statteten den Gallus-Frauen eine Besuch ab.

Urberach - Ihre 60. Kreppelkaffees stimmten die Frauen der Pfarrgemeinde St. Gallus (kfd) glücklich und zufrieden. Denn die zwei Fastnachtsveranstaltungen in der KSV-Halle waren gut besucht und stimmungsvoll.

„Vor allem am erste Abend war das Publikum sensationell“, freute sich kfd-Vorsitzende Ingrid Killian, die seit 20 Jahren auf der Bühne steht. Sie erinnert sich gerne, aber auch ein bisschen wehmütig an früher, als noch drei Kreppelabende im Gallusheim einschließlich der „Nähschul’“ gestopft voll besetzt waren. Aber die Veranstaltungen sind in diesem Jahr weitgehend schwächer besucht: „Die Leute sind übersättigt. Und unsere Mitglieder werden langsam alt, da geht man abends nicht mehr fort.“ Ingrid Killian weiß als waschechte Orwischerin aus Erfahrung: „Orwischer sind keine Fortgeher, jedenfalls weniger als die Ober-Röder. Hier war man immer schon mehr daheim.“

Doch auch ein gereiftes Publikum feierte frenetisch 60 Jahre Kreppelkaffee; wie immer überwiegend Frauen, wie immer mit Kaffeetasse im Gepäck in Erwartung der großen Kannen voll duftendem (Schon-)Kaffee und den eingetüteten Kreppeln.

Die Damen der „Heilsarmee“

Kein Prinz will die Prinzessin (Ulrike Rist) mit der Schweinsnase küssen. Da muss eben das Publikum nicht nur die rechte, sondern auch die linke Wange hinhalten.

Die Damen der „Heilsarmee“ eröffneten mit viel Musik und Gesang und der klappernden Spendendose den Abend, herzlich begrüßt wurden sie von Moderatorin Sandra Killian. Die „Red Dancing“-Gardemädels schickten einen getanzten Gruß des KSV auf die Bühne, ehe die sichtbar gesegnete Schwester Gloria (Julia Giesecke) und der Orwischer Pfarrer, Hochwürden Schlitzohr, sich über klerikale Neuerungen von „Tebi“ bis Franziskus austauschten. Zwei TV-bekannte Fastnachtsgrößen, Lotti Krekel (Birgit Janovsky) und Margit Sponheimer (Marcella Hagenauer), kamen endlich einmal auf die Orwischer Bühne statt immer nur Mainz oder Köln und zogen mit einem Gemüsekorb am Arm über die lokale Politszene her. „Der arme Pfarrer: wöchentlich zwei Beerdigungen, zwei Einäscherungen und eine Kompostierung. Na ja, die Grünen werden auch immer älter.“, lästerten sie.

Absolut unvermittelbar, aber herzerfrischend ehrlich erwies sich Herr Senkendeckel alias Maria Weber in der Heiratsvermittlung von Frau Zwitscherbein alias Nora Zimmer. Ein wunderbar gespieltes Märchen zauberten die Mickler-Töchter Anette Mertink und Ulrike Rist auf die Bühne: Als hässliche Prinzessin, die nicht einmal der Frosch küssen wollte, reinigten sie zumindest mal den Brunnen von den Abfällen vieler Märchen.

Ihren großen Auftritt hatten die Sultane der „Spätlese“ mit einem Tanz vor der Pause. Im zweiten Teil gesellten sich die Suleikas der jüngeren „Spätlese“ dazu - wie immer ein ganz großes Farbspiel mit selbst genähten Kostümen und grazilen Tanzschritten. Das Publikum feierte seine Bühnenstars.

Evi Sulzmann sorgte für viele Lacherfolge mit ihrer Schilderung der flotten Hildegard, und Iris Gotta erzählte aus dem Tagebuch einer Masseurin. Die „Galluslerchen“ brachten ihr alljährliches Gesangs-Special; und neben der bayerischen Bierzeltgaudi gab"s natürlich auch den Beitrag von Doris Mickler und Rita Zimmermann – diesmal unbeschreiblich komisch als alternde Gardemädchen. 60 Jahre Kreppelkaffee haben mit diesem Programm eine absolute Würdigung erfahren, das 61. Jahr kann kommen.

chz

Quelle: op-online.de

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