„Heile, heile Schöppsche“

Ohne Riwwelkuche geht beim Kappenabend nichts

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„Heile, heile Schöppche“ - 1957 hatte BSC-Gründungsmitglied Edmund Seib dieses umgetextete Lied an gleicher Stelle uraufgeführt. Nun begleitete er damit das Finale im BSC-Heim.

Urberach - Funkelnder Start beim 61. Kappenabend des BSC Urberach. Traditionell mit sprühenden Wunderkerzen zog der Vorstand durch die Menge der kunterbunten Narren auf die Bühne, um dort erst mal die Devise des Abends zu besingen.

„Mer losse de Bobbe doanze“, schließlich kommt niemand an der Wahrheit vorbei: Mer Orwischer feiern so gern!“.

Tradition hat längst auch das Protokoll. Ausgiebig hatte Vereinschef Martin Hofmann im Jahrbuch 2012 geblättert und erinnerte mit vielen persönlichen Kommentaren an die großen Ereignisse und an viele Abschiede, von den Atomkraftwerken bis zu „Wetten, dass...“.

„An sieben Krücken muss ich geh’n...“

Hier vor Ort waren ihm vor allem der leere Stadtbus und die Halle Urberach eine Erwähnung - beides zwei sehr teure Unterfangen - wert. Aufgelockert wurde der Beitrag mit Liedern wie dem eigenen gesungenen Eingeständnis zum Altern: „An sieben Krücken muss ich geh’n...“

Auch längst bekannt auf der BSC-Bühne: Uwe Reibold aus Biebesheim, der sich aber – dank dem Edelweiß-Chor – bestens auskannte im Vereinsleben und als Mitarbeiter der Stiftung Warentest den BSC unter die Lupe nahm. Sein Fazit: „Orwisch brauch’ mer net zu teste: ihr ward, ihr seid und bleibt die Beste!“

Aus dem immer wieder liebevoll bespöttelten Nachbarortsteil Ober-Roden kam Michi Reisert zu Gast auf die BSC-Bühne und erzählte pointenreich von seinen Misserfolgen in der Casting-Szene. Auch Norbert Köhler war mal eben über die Utz-Grenze herüber nach Orwisch gekommen und berichtete grimmig-brummig und unnachahmlich von seinem letzten Jahrgangstreffen.

Erwin, der „neue Hausmeister der Halle Urberach“

Weiterer Höhepunkt: Erwin, der „neue Hausmeister der Halle Urberach“ - alias Lutz Murmann aus Eppertshausen. Was er im Stile eines Begge Peders an Veränderungen und neuen Regeln mitbrachte, wurde dann auch jeweils brav mit einem schallenden gemeinsamen: „Jawoll, Herr Hausmeister“ abgesegnet. Mit von der Partie waren auch wieder die „original Orwischer Bembelsänger“ mit ihrem Medley.

Keine BSC-Fastnacht ohne Martin Schmitt, den Mann mit dem Witzekoffer, und auch kein Kappenabend ohne Kosi & Maik, das BSC-Gespann, das diesmal als frisch verheiratetes Ehepaar sehr viel begeistertes Gejohle im Saal auslöste.

Alleinunterhalter Armin Lang am Piano war den ganzen Abend lang mächtig beschäftigt mit den zahllosen Tuschs für besonders gelungene oder zumindest launige Pointen. Mit der Orwischer Fastnachtsshow der Rodauschiffer neigte sich der Abend nach fast fünf Stunden Heiterkeit dem Ende zu, nicht ohne einen glanzvollen Höhepunkt mit dem Lied „Heile, heile Schöppche“, das BSC-Gründungsmitglied Edmund Seib 1957 an gleicher Stelle uraufgeführt hatte und auch nun solistisch begleitete.

Das konnte nur noch von den großen Blechen traditionellem und frisch gebackenem Riwwelkuche getoppt werden, die es beim BSC immer als krönenden Abschluss gibt. Der Verein hat sich eben guter handgemachter Fastnachtstradition verschrieben.

chz

Quelle: op-online.de

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