Rathaussturm mit Rekordlänge

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Hoffentlich hat sich Bürgermeister Roland Kern nicht angesteckt: Prinzessin Linda kam halb krank zum Rathaussturm und musste sich danach fiebernd ins Bett zurückziehen.

Ober-Roden - Der Rathaussturm ist endgültig bei den Ober-Rödern angekommen. Bei traumhaftem Wetter schlängelten sich so viele Narrengruppen wie noch nie durch den Ortskern, und wohl auch so viele Narren wie noch nie bejubelten ihn vom Straßenrand aus.

Ob Kindergärten oder Freundeskreise, Vereine oder Stammtischcliquen – sie alle hatten zauberhafte Kostüme geschneidert und beeindruckende Wagen gefertigt. Egal, ob dies die kleinen Kita-Zauberer waren, die ihre riesengroßen (Eltern-)Kaninchen aus dem Hut zauberten oder die fast schwebenden Weingeister, die immer neue Flaschen entkorkten: Sie alle verdienten lebhaften Beifall.

Viele Gruppierungen wie etwa der RCO, die Kolpingsfamilie oder die Interessengemeinschaft IGOR nahmen sich politischer oder sozialkritischer Themen an und erinnerten an Schwachstellen wie etwa die aktuellen Verfehlungen der Politiker, den Rettungsschirm oder die Erste Hilfe für den ausblutenden Ortskern. Originelle Beiträge brachten etwa die Freunde der Nacht, die Narren verliehen, oder der Deutsch-türkische Freundschaftsverein, dessen Mitglieder sich – natürlich gegen die gewohnte Ordnung – in Dirndl und türkischer Tracht präsentierten.

Glanzvoller Höhepunkt im langen Gaudiwurm: der neue Prinzenwagen, von Theo Koser venezianischen Vorbildern nachempfunden und nun zu einem imposanten Gefährt zusammengebaut, auf dem das Prinzenpaar samt Hofstaat und Präsident residierten und – wie auch alle anderen Zugnummern – große Mengen von Kamelle und kleinen Präsenten verteilten. Immer strahlend im Cabrio vor dem Prinzenwagen: das Kinderprinzenpaar Linda I. und Prinz René I.

Der lange fröhliche Weg zum Rathaus hin lohnte sich nicht so recht. Die Stadtkasse, die hier geplündert werden sollte, erwies sich als absolut leer, wie Bürgermeister Roland Kern vom Fenster herab verkündete. Überrascht war die Prinzliche Hofgarde, dass eine große Schar Bediensteter den Rathauschef handgreiflich verteidigte. Letztlich wurde er aber doch durch die Menschenmassen auf die Bühne gebracht, wo ihm das Prinzenpaar traditionell gönnerhaft die Freiheit zurückgab.

chz

Quelle: op-online.de

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