Männerballetts und rustikaler Humor

Damensitzung der Turnerschaft begeistert mehr als 900 Gäste

+
Tina Köhl vom TS-Damen-Elfer hatte viele Bühnengäste engagiert. Einige hatten eine weite Anreise.

Ober-Roden - Das ist Damensitzung pur: Ein Elfer-Damen-Rat, dazu mehr als 900 Frauen im Saal und einige wenige Männer, die für sie arbeiten. Von Christine Ziesecke 

Elfermänner und Rentnertruppe taten dies vor und nach dem Vergnügen, die Fußballjungs sorgten für Getränke und die Jungs vom Tischtennis standen an der Garderobe, dazu kamen die Kellner im Saal. Sie alle ertrugen es geduldig. Sie fanden am Freitagabend auch relativ wenig Beachtung - vielmehr waren es die vielen Männer auf der Bühne der Kulturhalle, an deren teilweise wenig bis gar nicht bekleideten Körpern die närrische Damenwelt hing. Vorrangig wohl an den beiden Prachtexemplaren, die in den letzten Jahren noch als Nummernboys schrittweise ihre Hüllen fallen ließen und diesmal als eigener Betrag gleich ohne unnötige Kleidung auf die Bühne kamen – der Kampf um vier und später weit weniger Bratpfannen lief dann ganz im Sinne der Zuschauerinnen.

Viel Beifall erhielten die „Hanghühner“, das Männerballett der Turnerschaft.

Alle anderen Gäste waren mottogerecht bekleidet – allen voran die wunderbaren Marketenderinnen. Passend zum Sitzungsthema „TS-Fastnacht mit Marktgeschrei – Harlekin und Gaukler, eilt herbei!“ begeisterten sie die Damen im Nu: Die „Söhne Rödermarks“ waren wieder unterwegs. Ebenso wie die abschließende Mottoshow des TS-Männerballetts als auffallende Schwarz-Gold-Harlekine waren sie die einzigen Eigengewächse. Erstmals mussten die Frauen im Saal sowohl auf Denis Krumb mit seiner hinreißenden Musikshow als auch auf „die Dolle“ alias Corinna Kuhn in ihrer Paraderolle verzichten.

Als Sitzungspräsidentin war Corinna Kuhn mit ihrem attraktiven Damenelfer um Organisatorin Tina Köhl wieder in oberster Reihe im Saal tätig, doch ihre Erzählungen vom heimischen Sofa fehlten gewaltig. Auch die Erinnerungen an die frühere eigene Damengarde waren noch sehr präsent. Dafür gabs in diesem Jahr viele ausschließlich männliche Gäste aus karnevalistischen Hochburgen. Von Aufenau mit seinem geradezu professionellen Männerballett der „Schlabberdabber“ bis nach Assenheim mit ihrem „Al(p)mtraum“ eines Männerballetts und natürlich aus Heddernheim, von wo das „Dreigestirn“ wieder wunderbare Musikparodien mitbrachte.

TS-Fastnacht mit Jahrmarktgeschrei in Ober-Roden: XL-Bildergalerie

Mit den in jeder Beziehung grellen „Pink Tigers“ brachte das gar nicht so männliche Männerballett die knapp 1 000 Frauen schon gleich aus dem Häuschen, was Alleinunterhalter Holger M. Gleich auszunutzen wusste. Selbst Elke Winter, die große Dame auf der Bühne, war durchaus nicht so weiblich, wie sie aussah. Dafür war sie mit rustikalem Humor ausgestattet – wunderbar passend zu einer Damensitzung. Auch Andreas Kraus und Reinhard Paul, die mitten aus dem Leben berichteten oder sangen, wurden begeistert beklatscht und stimmlich begleitet. Dazu traf vor allem das Urgestein Tom Jet den rechten Nerv: Er brachte den Saal nicht nur mit seinem „Rudelsingsang“ ins Singen und Beben bis zum großen Finale kurz nach Mitternacht.

Wer jetzt schon Lust aufs nächste Mal hat, der muss sich den Samstag, 22. April, vormerken: Dann beginnt der Vorverkauf für die dann 19. Damensitzung 2018.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare