Der Bürgermeister hat frei – jetzt regiert die Narretei

Stadtschlüssel an das Prinzenpaar

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Die Minigarde der TG: 17 Zwerge zwischen drei und neun Jahren begeisterten die Narren im Saal.

Ober-Roden - Prinzessin Sarina I. (Houben) und Prinz Heinz II. (Kiehl), beide aus altem TG-Fastnachts-Adel, regieren Ober-Roden in den nächsten Wochen. Von Christine Ziesecke 

Mit sichtlicher Freude übergab Bürgermeister Roland Kern seinen Stadtschlüssel ans Prinzenpaar „Die ganze Macht, die ist jetzt euch – drei Wochen Freizeit hab ich gleich.“ Zuvor hatten Sarina I. und Heinz II. bereits aus den Händen jenes ehemaligen Prinzenpaares, das vor zehn Jahren als letztes von Heinz Kiehl als Sitzungspräsident inthronisiert worden war, ihre Insignien überreicht bekommen: von Jörg Rotter und seiner Ehefrau, Geburtstagskind Sabrina. Blumen gabs auch für Kinderprinzessin Katharina Löbig und ihren Prinzen Lennart Horch. Im Lauf des Abends wurde auch ausgiebig geehrt. Für viele Jahre unermüdliches Aktivsein in der Ober-Röder Fastnacht wurden mehrere Bühnenkünstler vom stark besetzten Elferrat und dessen Präsidenten ausgezeichnet, so etwa Bob Schrod und Gregor Wade von der Sängeragentur Kurz und Bündig für jeweils 4 x 11 Jahre als aktive Fastnachter.

Mit großer Leichtigkeit und voll ansteckender Fröhlichkeit begeistert das Tanzpaar Jan Rigual und Paula Daxer seit mehreren Jahren auf der Bühne.

Von eben solchen Menschen lebt die gute Kontinuität in der TG-Fastnacht, ebenso wie von fastnachtsverrückten Traditions-Familien wie etwa den Reiserts (inzwischen mit Vater und drei Söhnen bei den Elfern vertreten) oder den Kiehls. Alle drei Reisert-Söhne stiegen in die Bütt: Präsident Sascha etwa mit dem Protokoll, in dem er all jene Themen aufzählte von Trump bis Brexit, von denen er garantiert nicht sprechen wollte. Um sich dann auf die obskure bundesdeutsche Regierungsbildung zu konzentrieren und auf das Ortsbild in Ober-Roden anno 1986 und seine Vision von 2060 – ein schöner Traum ohne Bahnschranke, dafür aber mit blühenden Geschäften und Wirtschaften. Bruder Michi gab in Wort und Gesang ein Abbild seiner Situation als Pechvogel, während Bruder Boris sich in einem bekannt endlosen Redeschwall als neuer Elferrat bewarb – was denn auch gelang.

Mit wunderbarem Sprachwitz machte das Kabaretttrio Huss/Köhler/Hitzel – einmal Karl-Walter, zweimal Norbert – auf sich aufmerksam als höchst erfolglose Eventagentur zur Rettung der Jamaika- und später der Großen Koalition. Büttenbeiträge gabs auch vom Offenbacher Charly Eckert und – erstmals solo – von „Hiltrud Hufnagel“ Petra Giesel. Ein echtes Highlight war der Beitrag des stimmgewaltigen Mainzer Fastnachters Harry Borgner. Zum zweiten Mal dabei: die Ober-Röder Schlagersängerin Lara Schröder. Das waren aber auch die einzigen Gäste auf der Fastnachtsbühne, alles andere waren Eigengewächse wie etwa die vielen Tanzgruppen von den herzerfrischenden „Zwergen“ der Mini-Garde über Midi-Jazz und Midi-Garde, Jazz-Nachwuchs und Majoretten bis zur Prinzengarde und als Höhepunkt zu den ungemein kraftvollen und dynamischen Tänzerinnen der Street Life Dancers.

Sitzung der TG Ober-Roden: Fotos

In seiner tänzerischen Entwicklung gut zu beobachten ist für langjährige Besucher auch das Solo-Tanzpaar Paula Daxer und Jan Rigual, die zudem auch in mehreren Formationen mittanzen. Den rechten musikalischen Rahmen um die TG-Sitzungen legt alle Jahre der Musikzug der Turngemeinde, in dem mehrere Ex-Prinzen und jetzt auch eine Ex-Prinzessin mitspielen. In der Prinzlichen Hofgarde hat das ja schon Tradition. Geleitet wird die Stimmungskapelle von Alfred Kraus. Auch er wurde dieses Jahr ausgezeichnet, und zwar für 20 Jahre als Leiter des Musikzuges.

Die nächsten beiden Sitzungen der TG steigen am 27. Januar und am 3. Februar. Restkarten gibts noch bei kalli. weber@tg08-karneval.de sowie unter Tel.: 06074/90891. Bei der Kindersitzung am Sonntag, 28. Januar, treten dann auch die jungen Regenten Katharina I. und Lennart I. ins Rampenlicht.

Quelle: op-online.de

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