Petrus revanchierte sich für Wetterunbill des vergangenen Jahres

Frühlingsgefühle beim Fastnachtsumzug in Urberach

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Die Urberacher Paradiesvögel machten ihrem Namen alle Ehre und hatten als einzige Gruppe einen vierbeinigen Fastnachter im Auto.  

Urberach - Mehr als 1 000 Narren mitten uff de Gass und ein Vielfaches davon am Straßenrand verwandelten Urberach gestern Nachmittag in eine wahre Farb- und Kostümorgie. Beim 21. Rosenmontagszug hatten Teilnehmer und Zuschauer reichlich Spaß. Von Michael Löw 

Der MTV ließ die Blutsauger aus seinem Spukschloss flattern. Die hatten nur eines im Sinn: Den Bürgern möglichst viel Steuern aus dem Leib zu schlürfen.

Die Orwischer Fastnachter redeten doch wieder einmal vom Wetter. „Als heute Nacht der Rollo gewackelt hatte, schwante mir schon Böses“, fühlte sich der KSV-Vorsitzende Werner Popp an den sturmumtosten Rosenmontagszug 2016 erinnert. Doch im Lauf der nächsten Stunden machte Petrus das gut, was er voriges Jahr vergeigt hatte und ließ meist die Sonne scheinen. Fastnacht bei 15 Grad ließ Frühlingsgefühle aufkommen, so mancher Jung-Narr schleckte Eis.

1065 Teilnehmer hatten sich in 30 Gruppen angemeldet. Auch bei einem Fastnachtszug müsse die Zahl der Aktiven nicht immer durch Elf teilbar sein oder vor Elfern strotzen, will Organisations-Chef Popp die närrischste aller Zahlen nicht überstrapazieren. Dann packte ihn aber die Fastnachterehre: „Nächstes Jahr findet der 22. Rosenmontagszug statt!“.

Bilder: Rosenmontagsumzug in Urberach

Ober-Röder Schornsteinfegerinnen brachten der Orwischer Straßenfastnacht Wetterglück.

Gut, dass Urberach nicht Fulda ist. Die Gruppe „Mose & Chabos“ aus Hergershausen war nämlich als afrikanische Zauberer verkleidet: Felle, Knochen, Totenköpfe und dazu schwarzes Kraushaar. Sowas ist hier kein Politikum, sondern ein mit viel Helau bedachter Ulk. „Mose & Chabos“ standen gestern erstmals in Werner Popps Teilnehmerliste. Den Orwischer Zug kennen sie aber schon lange. „Bisher haben wir immer nur zugesehen, jetzt wollten wir mal mitmachen“, sagte eine der Zauberinnen.

Der KSV-Zug zieht viele Auswärtige an. So war die Weiberfastnacht Messel nach fünf Jahren Pause froh, wieder dabei zu sein. Und der alte Brezelverkäufer aus Frankfurt rief Popp schon kurz nach Weihnachten an.

Rosenmontagsumzug in Urberach: Bilder Teil 2

Quelle: op-online.de

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