Alle drei Fremdensitzungen ausverkauft

Fünf lange Wochen Fastnachtsfreude gestartet

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Das Prinzenpaar beim Amtseid: Klaus III. (Ahne) und Uschi I. ( Büttner) versprechen bei den Fastnachtsveranstaltungen stets als Letzte zu gehen und das Licht auszumachen.

Ober-Roden - Hohe Ehren für die Halle der Turngemeinde Ober-Roden: Am Samstag wimmelte es nur so von gekrönten Häuptern im altehrwürdigen Bau. Das neue Prinzenpaar Klaus III. (Ahne) und Uschi I. (Büttner) mit Kinderprinzenpaar wurden im Kreise vieler Vorgänger von den letztjährigen Monarchen Christian und Carolin Gotta mit ihre Insignien ausgestattet. Sie hatten auch gleich viel royalen Besuch. Prinzenpaare aus Frankfurt, Offenbach, Egelsbach und Bessungen gaben sich die Ehre.

Bürgermeister Roland Kern kam nicht umhin, den närrischen Regenten den großen Stadtschlüssel auszuhändigen und – entgegen der aktuellen Lage – auf einige Wochen Urlaub vom Regieren zu hoffen. Der sehr gerührte Prinz Klaus III. und ihre Lieblichkeit Uschi I. gelobten denn auch ihr Bestes zu geben: „Wir geloben, wir gehen als Letzte stets raus und machen für alle das Licht noch aus!“ Genießen konnten diese erste Fremdensitzung bislang noch die Kinderregenten Mia I. aus dem Hause Wöllenstein und Philipp I. (Löbig). Sie greifen erst am kommenden Sonntag zur Kindersitzung der TG ins Geschehen ein.

Nicht ausruhen kann sich dagegen wie gewohnt die Familie Reisert: Vater Reisert spielt beim Jugend-Musikzug der „Kiwis“ mit und sitzt am Elfertisch, zudem wurde er am Samstag für viele Jahre aktive Fastnacht geehrt. Der jüngste Spross Michi brilliert wieder einmal als Gesangssolist rund um das Thema: „Mundschenk oder Elferrat?“ Bruder Boris gibt seine wortreichen und zu Lachtränen rührenden Erfahrungen rund ums Babysitten weiter. Sascha, der Dritte im Bunde, ist bereits zum neunten Mal absolut honorabler Sitzungspräsident. Zudem beeindruckt er durch sein ausgefeiltes Protokoll: Mit dem hochbrisanten Thema „Wir haben die Wahl“ deckt er von USA über England und Österreich bis hin zu Blatter und Rödermark launig, aber durchaus nachdenklich das halbe Weltgeschehen ab. Lustig wird es, wenn er sich etwa den „Oxit“, den Auszug Orwischs aus Rödermark, blumig ausmalt.

Die Gardemädels sind ein temperamentvoller Blickfang in den Fastnachtssitzungen der Turngemeinde Ober-Roden.

Eigene TG-Wurzeln haben auch die Fastnachtssänger von „Kurz + Bündig“ mit ihrem breiten musikalischen Spektrum. Auch Norbert Köhler, der Mann mit dem kürzesten Vortrag und der längsten Zugabe, nimmt sich wieder der eigenen Heimat an: „Mein Ober-Roden“. Eigengewächse sind natürlich all die vielen Tanzgruppen, die an diesen Sitzungen etwas fürs Augen bieten, allen voran das junge Tanzpaar Paula Daxer und Jan Rigual. Bei Jazztanz, Majoretten und Garde sind neben den „Großen“ auch die Mini-Gruppen und teilweise auch noch Midi-Gruppen stark besetzt. Spritzig und temperamentvoll agieren sie auf der Bühne.

Da kann auch die prinzliche Hofgarde ganz getrost in die Zukunft schauen: Es gibt jedes Jahr einen neuen Prinzen – die Voraussetzung fürs grün-rote Jackett – und damit potenziellen Nachwuchs. Sie begeisterten auch diesmal wieder. Ihr Chef Peter Müller bekam eine Sonderauszeichnung für fünf mal elf Jahre aktive Mitarbeit in der Rödermärker Fastnacht. Weitere Ehrungen gabs für närrische 11, 22 oder 33 Jahre Fastnacht – wer hier erst einmal ankommt, der bleibt!

Stadtschlüsselübergabe bei Fremdensitzung der TG Ober-Roden: XL-Bildergalerie

Auch aus den närrischen Hochburgen kamen musikalische Gäste angereist: so etwa der mitreißend gute Harry Borgner, der mit seinen parodistischen Varianten rund ums Thema „Sag mir, wo die Blumen sind“ stehenden Beifall erntet, ähnlich wie Gunter Raupach, dessen Erzählungen von heimischen Rutschpartien im lila Nachthemd viel Spaß bereiteten. Schorsch Eger mit einem recht derben Vortrag war ebenso in der TG-Halle zu Gast wie das Comedy- und Gesangs-„Duo“ - zwischen den anderen Beiträgen gerade auch der Reisert-Brüder zündeten sie nicht so sehr im Publikum. Eigene lokale Erfahrungen, in humorvolle Worte verpackt, bringen die Menschen einfach am besten zum Lachen.

Die beiden folgenden Sitzungen sind eigentlich ausverkauft. Wer auf Restkarten hofft, kann sich beim Vereinspräsidenten Kalli Weber danach erkundigen. (chz)

Quelle: op-online.de

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