Beim Rathaussturm

Probleme im Ort humorvoll aufgespießt

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Mit ihrem aufwendigen Wagen schafften die Menschen vor Ort das, was der Telekom seit Jahren nicht gelingt: Sie vernetzten den Ort und packten so manchen Narre am Straßenrand gleich mit ein.

Ober-Roden - Das größte Spektakel, das Ober-Roden alljährlich zu bieten hat, ist seit ein paar Jahren der Rathaussturm. Von Christine Ziesecke 

Die Veränderungen in der Ober-Röder Bäckereilandschaft nahm der Kerbverein aufs Korn.

Fing er mit wenigen Menschen an, die sich fast auf dem Rathausplatz verliefen, so ist er inzwischen der Höhepunkt sowohl für die aktiven Fastnachter wie auch für die Hunderte neugieriger Zuschauer an den Straßenrändern. Nicht nur zahlenmäßig, sondern auch optisch wird der Umzug von der Turnerschaft durch den Ortskern zum Rathaus immer mehr zum Schmankerl. Immer mehr Zuggruppen nehmen sich wie ihre großen Geschwister in Köln oder Mainz Themen mitten aus dem Ort vor, die besondere Heiterkeit auslösen.

Der Kerbverein setzte den Rückzug mehrerer Ober-Röder Bäcker ins rechte Licht, im Bäckergewand und mit Brezeln behängt unter dem Motto: „Der Wegg ist das Ziel!“ Das Thema Baustellen fuhr mehrfach im Zug mit und die magentafarben gewandeten „Menschen vor Ort“ (MvO) beendeten ein Dauerbrennerthema ganz praktisch: Mit einem großen Werkstattwagen und mit riesigen Rollen dünner Kunststoffnetze versprachen sie: „Die Leitungen liegen jetzt, der MvO hat euch vernetzt!

Großzügig war auch das Angebot der Kolpingsfamilie unter dem Motto „Der letzte Äppler“: „Wir keltern auch für Orwischer!“ Kurz und bündig, wie es ihre Art ist, hielten sich die Freunde der Nacht, die als Pinguine hinter dem Schild herwatschelten: „Bei dem Prinz wird’s Kiehl!“

Bürgermeister in Ketten: Das Prinzenpaar ließ ihn bald wieder frei.

Eine feine Überraschung hatte das Après-Ski-Komitee im Handgepäck: Ober-Rodens früherer Kaplan Christoph Mulach, der mit dem Hirtenstab als „guter Hirte für meine Kuhherde“ mitlief. Daneben gabs die richtigen Augenschmausgruppen wie etwa die anmutigen, an zarte Quallen erinnernden Kostüme der TG-Fastnachtsfrauen oder die Ägypter der TG-Alte-Herren-Truppe, die mit (namentlich benannten) hölzernen Kamelen die Karawane begleiteten.

Immer ein Hingucker: die vielen Kindergartengruppen, die jeweils unter einem eigenen Motto von den kleinen Gärtnern des St.-Nazarius-Kindergartens bis zu den kleinen Astronauten aus der Potsdamer Straße die Herzen der Zuschauer höherschlagen ließen.

Charmante junge Frauen in ausgesprochen schönen Kostümen: die TG-„Quallen“.

Egal ob kleine private Gruppen im Zug (wie etwa die verrückten Professoren von ORTH) oder Vereine (wie die herrlich bunten Töne der Frohsinn-Frauen) oder die großen Vereins- oder Prinzenwagen der TS und der TG: Alle hatten sich viel Mühe gemacht und überraschten mit kreativen Ideen. Die Musikvereine und der TG-Musikzug umrahmten den Zug laut und fröhlich.

Bilder vom Rathaussturm in Ober-Roden

Am Rathaus angekommen, stand da in dicken Lettern zu lesen: „Mer soin immär noch doo!“ als kleines politisches Augenzwinkern unter dem Fenster, aus dem der Bürgermeister mit den aufbegehrenden Bürgern auf der Narrenbühne verhandelte. Der Prinzlichen Hofgarde gelang es auch diesmal, trotz (geringer) Gegenwehr den Rathauschef ob seiner leeren Kassen in Ketten zu legen und vor sein Volk zu schleppen. Dort wurde er von ihrer Lieblichkeit Sarina I. und von Prinz Heinz II. mit Küsschen und Konfettisalve aus seiner Gefangenschaft befreit, doch mit dem deutlichen Hinweis nach „oben“: „Ab sofort zu dieser Stund’ regieren wir – ganz kunterbunt!“ – zumindest bis Aschermittwoch. Nach dem kritischen Zwischenfall mit der Schranke am Bahnübergang gabs besonders gute Gründe zum gemeinsamen Feiern und zur Dankbarkeit.

Quelle: op-online.de

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