Niemand nimmt sich selbst richtig ernst

Närrischer Abend der Gymnastikfrauen des KSV Urberach

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Eine attraktive Dame und eine biedere Landfrau treffen sich im Zug und hübschen sich für ein bevorstehendes Blind Date auf: Renate San Nicolas und Birgit Lamprecht. 

Urberach - Ganz bodenständig und garantiert hausgemacht geht’s immer am letzten Samstag der Fastnachtszeit im Urberacher KSV-Heim zu, wenn die Gymnastikfrauen des Vereins zünftig sich selbst und ihre Gäste feiern.

Drei Gruppen, zwei davon montags und eine dienstags, im Alter von 30 bis 80 Jahren, machen sich wöchentlich mit durchschnittlich 45 Frauen fit, doch auch die Geselligkeit wird groß geschrieben. Seit über 25 Jahren laden sie in jeder Kampagne zum närrischen Abend ein, der von Hildegard Löbig moderiert wird und in dem sie sich selber wunderbar auf die Schippe nehmen. Sie schlüpfen in unzählige Rollen, singen und tanzen und freuen sich darüber, wenn Zuschauer sich kringelig lachen über ihre gespielten Unzulänglichkeiten.

Durchaus ohne Neid schauten die Gymnastikfrauen auch in diesem Jahr dem neu zusammengestellten „Team Red“ der Gardemädchen zu, die ihr Programm präsentierten und sich danach zumindest vorläufig von ihren Trainerinnen Alina Brandt und Deborah Löffel verabschieden mussten – wer sich berufen fühlt, einzuspringen, sollte sich dringend melden.

Doch auch die eigenen Tänzerinnen der Gymnastikfrauen präsentierten sich eindrucksvoll – die Ladykracher mit dem 80er-Jahre-Potpourri, die Moonlight Ladies mit einem Paris-Special ebenso wie die Montagsfrauen, die gleich zu Beginn mit ihrer Parodie auf den „Wagen von der Linie 8“ Lachtränen entfesselten. Das schafften auch Renate San Nicolas und Birgit Lamprecht mit ihren unterschiedlichen Wegen zu Schönheit – die eine mit edler Kosmetik, die andere mit Erdbeermarmelade und Tomatenketchup. Seinen durchaus rustikalen Arzt alias Maria Herzog traf Ute Justen als Kurt, während Lydia Suderleith und Renate San Nicolas als Freundinnen aus ihrem Leben erzählten.

„Im Wagen von der Linie 8“: Die Montagsfrauen der Gymnastikgruppen zeigen wie es in der Münchner Trambahn zugeht.

Ganz in Schwarzlicht getaucht leuchtete der Tanz der mexikanischen Hühner in ihren neonfarbenen Kostümen – natürlich alle aus den eigenen Reihen, ebenso wie die „Flucht in die Karibik – ausgehend von geklauten Steuergeldern aus der Rödermärker Stadtkasse, kämpfen Schorsch und Lisbeth mit den Piraten. Einzige „ausländische“ Gäste: Alma und Mariechen alias Lutz Murmann und Klaus Müller aus Eppertshausen mit ihrem pointereichen Vortrag.

Bis hin zur großen Verabschiedung gab es auch mehrere ausgiebige Tanzpausen, passend begleitet von der vierköpfigen Kapelle und schließlich – nach dem traditionellen „Hey,Orwisch!“ – eine Polonaise durch den Saal. Traurig, dass es auf der Bühne erst mal vorbei ist für ein ganzes Jahr, aber gut zu wissen, dass heute ab 14.33 Uhr noch der Rosenmontagszug auf die Orwischer Straßen lockt – hoffentlich ohne Sturmtief und garantiert mit den großen, liebevoll aufgebauten und ausgestatteten Motivwagen der Vereine und Gruppen. (chz)

Galerie zur Fastnachtssitzung beim KSV Urberach

Quelle: op-online.de

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