Hessisch-schwäbische Verbindung

Prinzenpaar im Fakten-Check: Hoheit wird auf Händen getragen

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Viel Selters und ein bisschen Sekt? Prinzessin Antje I. und Prinz Michael II. versprechen den Rödermärker Narren jedenfalls eine spritzige Kampagne.

Ober-Roden – „Ich schmeiß alles hin und werde Prinzessin!“ Diesen Wahlspruch hatte Rödermarks zukünftige (Fastnachts-)Regentin Antje Frank eigentlich schon lange. Von Christine Ziesecke 

Was bleibt einem liebenden Ehemann da anderes übrig als Prinzgemahl zu werden? So etwa gestaltete sich – dem Erzählen nach – die Findungsphase fürs Prinzenpaar Antje I. und Michael II. , beide aus dem Hause Frank. Jeder kennt die Beiden – aber weiß man auch etwas über sie?.

Die OFFENBACH-POST hat im Hause Frank, vor dem seit einigen Tagen unübersehbar die bunte Narrenfahne der TG weht, einmal nachgefragt und Fakten gesammelt:

Der Prinz

Er ist die wahre Verbindung zu den Ober-Röder Königshäusern. Kurz vor der ersten TG-Fremdensitzung wird er 45 Jahre alt, sorgt weithin für den Nachschub an Getränken und ist wie auch seine Eltern bekannt wie der berühmte bunte Hund.

Die Prinzessin

Sie stammt aus der schwäbischen Ecke Treuchtlingen/Rottweil und zog der Liebe wegen 1996 nach Ober-Roden ins klassische Mehrgenerationenhaus Frank. Antje (51), gelernte Restaurantfachfrau und derzeit im Einkauf bei einem großen Lebensmittelkonzern, hatte ihren Prinzen dereinst in einer Kneipe in Bessungen kennengelernt. Die Findungsphase: Schon im Sommer war eigentlich klar; doch spätestens rund um die Ober-Röder Kerb hatten die Regenten in spe ebenso wie ihr Prinzenmacher Kalli Weber schon arge Müh", die vielen Frager noch abzulenken…

Die heiße Phase

Die Prinzessin hat schon mal Überstunden gesammelt und noch Resturlaub von Vorjahr und außerdem einen sehr kulanten Vorgesetzten. Und der Prinz? „Ich kann nur auf meine Familie hoffen – die haben versprochen mich zu unterstützen!“

Die Familie

Zwei Kinder, Lisa (16) und Tim (14) – und der war vor genau drei Jahren Kinderprinz und das mit großer Begeisterung. „Meiner Frau war wohl schon damals klar, dass wir das auch werden wollen“, erinnert sich der Prinz stirnrunzelnd, „ich hätte auch weiter geschnauft, wenn ich’s in meinem Leben nicht geworden wäre…“ Schon damals schrieb die heutige Prinzessin Tims Reden, inzwischen seine Büttenreden. Denn er ist gleich in der direkten Aufstiegsphase hin zu einem zukünftigen Prinzen eingestiegen und steht jetzt alle Jahre in der TG-Bütt.

„Queen Mum“

oder besser Princess-Mum Hannelore: Sie schmeißt den kleinen Getränkeladen in der Pfarrgasse als Marktleiterin und ist einfach das Herzstück im Hause Frank. Den „kleinen Rest“ erledigt der brauende Vater Gerd.

Die Tradition

Bei der Prinzessin, in einer evangelischen Gemeinde aufgewachsen, gibt’s davon wenig, obwohl sie inzwischen weiß, dass ihr Vater einmal in der Fasnet beim Rottweiler Narrensprung mitgelaufen ist. Keine Frage ist’s beim neuen Prinzen: Dass er aus den Familien Hornung und Kipp stammt, sagt schon so manches. Als ihre Kinder im Kindergarten St. Nazarius gerade auf der anderen Straßenseite waren, begannen die Franks gemeinsam beim Rathaussturm mitzulaufen. Als sie diesem Alter entwachsen waren, gründeten sie die Wagenbauer-Gruppe der „Menschen vor Ort“ (MvO) mit ihren legendären rollenden Bembel.

Das Ornat

Der Anblick des Prinzen in der wadenkurzen Pumphose wird sicher ein erfreulicher: „Er kann ja alles tragen!“ Und die traditionell grün-weiße Robe der Prinzessin? Bodenlang, sodass sie in den Vereinsfarben jeden Fußboden gleich mitputzt, oder kurz darüber? Hochhackige Schuhe dazu oder besser flache? Dem Prinzen ist’s völlig egal: „Da ich meine Antje ohnehin ständig auf Händen trage, ist die Länge völlig uninteressant!“

Die Getreuen

Kammerzofe gibt’s keine. Aber einen Mundschenk, der sich schon im Vorjahr bei einer Fete im Hause Pradl angemeldet hatte, hat das Prinzenpaar schon: „Wenn ihr mal Prinzenpaar werdet, werde ich Mundschenk!“ Diese Versprechung von Franco Cipriani wird ihm nun lange Nächte und wenig Schlaf bescheren.

Die Erwartung

Was sie in der gerade beginnenden langen Kampagne alles erwartet, erahnen die Regenten bislang nur, sind aber froh, dass sich das Programm in die Länge streckt: Das Fahnehissen war ein wunderbarer Auftakt mitten im Herzen der „Menschen vor Ort“. Nun kommen drei Sitzungen bei der TG, Kurzbesuche bei deren Hexenrummel, bei Bällen und Veranstaltungen befreundeter Vereine, Besuche bei den Karnevalisten in Offenbach, im Kreishaus Dietzenbach, in zwei Kindergärten, bei den „Freunden der Nacht“ und, und, und...

Veränderungen

„Aber nein, warum denn“, wundert sich Prinz Michael II. über diese unnärrische Frage. „Wir wollen Spaß, und den hatte das letzte Prinzenpaar in rauen Mengen – und genau das wünschen wir uns auch.“

Archivbilder

Sitzung der TG Ober-Roden: Fotos

Na dann: Viel Spaß jetzt schon und spätestens ab dem 2. Februar, wenn sie vom bisherigen Prinzenpaar Heinz II. und Sarina I. mit einer dicken Träne im Auge die Amtsinsignien und vom Bürgermeister den Stadtschlüssel übernehmen.

Quelle: op-online.de

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