Närrische Zeit

Rathaussturm in Ober-Roden: Klimawandel und Zebrastreifen

Voll maskiert, forderte das Team OHK (Oliver Hitzel-Kronenberg) Bürgermeister Jörg Rotter auf, die Stadtkasse zu übergeben.
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Voll maskiert, forderte das Team OHK (Oliver Hitzel-Kronenberg) Bürgermeister Jörg Rotter auf, die Stadtkasse zu übergeben.

Ober-Röder Rathausstürmer nehmen die Themen der Welt und vor ihren Haustüren ins Visier. Das bringt Stimmung „uff die Gass“.

Ober-Roden – Rund 1 200 Rödermärker waren unterwegs, um ihr Rathaus zu erobern – und das auf ganz sicheren Wegen. Denn an Zebrastreifen mangelt es im Ort ja nicht, wie es aus Fastnachtersicht mittlerweile wohl weltweit bekannt ist.

Und für eventuelle Notstände hatten die Menschen vor Ort sogar einen ausrollbaren Zebrastreifen dabei, den sie – ähnlich früher den Palmzweigen - vor ihrer Truppe bereiteten. Im Gefolge: ein Reisebus voll übergewichtiger kamerabehängter Touristen, die bei einer Ober-Röder Stadtrundfahrt zu den Sehenswürdigkeiten wie Gina-Lisas Wohnsitz, dem „Mortsche“ und manchem mehr geführt wurden.

Eine wunderbare Zugnummer, der die Kolpingsfamilie nicht nachstand. Als Warnschilder verkleidet, warnten sie die Orwischer schon vor ihrem nun beginnenden Zebra-Wahnsinn.

Motivwagen und -wägelchen gab"s viele im närrischen Lindwurm. Häufig nahmen sie den Klimawandel aufs Korn, so etwa der Kerbverein, dessen zartrosa Flamingos durch die Straße zogen: „Klimawandel is‘, wenn Flamingos in Ober-Roden landen!“ Und siehe da: Vor lauter Zebrastreifen und Klima kamen die Orwischer ganz unbeschadet davon.

Die Prinzliche Hofgarde hat den Rathauschef in Ketten gelegt und die Stadtkasse übernommen. Fotos: Ziesecke

Ihr ganz persönliches Thema brachten die fünf Kitas mit, allen voran die Kinder aus dem Motzenbruch, die in Malerkitteln mit Papierhüten auf dem Weg waren, ihre neue Kita am Festplatz zu streichen. Langjährige Teilnehmer wechselten sich mit „Neuen“ wie den „Öffis & Friends“ oder der Gruppe Simson Heiss ab.

Die TS-Elfer eröffneten den Zug, den die TG traditionell mit ihren vielen Nummern (darunter auch die wunderbare Mini-Garde auf ihrem blumengeschmückten Wagen) abrundete.

Das Wetter war fast perfekt, die Leute waren wieder ganz versessen aufs Schauen und Staunen, und auch die Eisenbahnschranke spielte diesmal mit. Der Narrenzug wurde zwar traditionell mehrfach gestoppt, doch die Regenten kamen unbeschadet vorm Rathaus an und wurden nicht wie 2018 eingeschlossen. Nach vielen Bonbonregen herab vom einstigen Sitzungszimmers folgte das Geplänkel um die Stadtkasse – mit der Änderung, dass erstmalig der „Neue“ Jörg Rotter seine Schätze verteidigte, im eigenen Hochzeits-Gehrock mit dem Zylinder auf dem Kopf. Doch wie so oft hielt der Widerstand nicht lang an, und in Ketten gelegt und durch sein Volk geschleppt kam der gekaperte Rathauschef schließlich auf der Bühne an, wo ihn die närrischen Regenten huldvoll befreiten.

Sicher über den Behelfs-Zebrastreifen: Die „Menschen vor Ort“ luden beim Rathaussturm zur Stadtrundfahrt ein. Stationen waren die neue Heimat von Gina-Lisa Lohfink oder das Traditionslokal „Mortsche“. Fotos: Ziesecke

Der Zug hatte mit rund 1200 Rathausstürmern seine Kapazitätsgrenze erreicht. Mehr geht unter den gegebenen Platzbedingungen nicht. Das Orgateam um Heinz Kiehl und Norbert Köhler konnte letztlich ebenso entspannt wie Zugteilnehmer und Zuschauer zu den geöffneten kleinen Hinterhof-Theken, in den „Dinjerhof“ und in die Wirtshäuser ziehen.

Bilder: Rathaussturm in Ober-Roden

Fotogalerie im Internet

VON CHRISTINE ZIESECKE

Quelle: op-online.de

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