Rödermark-Urberach

Bunte Kostüme der Urberacher Fastnachter gegen tristes Grau

Bunte Kostüme der Urberacher Fastnachter gegen tristes Grau.
+
Bunte Kostüme der Urberacher Fastnachter gegen tristes Grau.

Der bange Blick in den Wetterbericht wird für Urberacher Fastnachter zur Routine. Diese sorgten mit bunten Kostümen für Blickfänge im tristen Grau.

Urberach - Beim 24. Rosenmontagszug war das Grau des Himmels zwar ein trauriger Kontrast zu den bunt kostümierten Narren unten, doch immerhin blieben sie von heftigen Regengüssen und Sturmböen verschont und konnten vergnügt feiern.

Kaum ist Bürgermeister Roland Kern nicht mehr in Amt und Würden, hakt’s beim Rosenmontagszug mit der Versorgung. Weil der Kern’sche Korb samt Flechtseil gestern erst um 14.31 Uhr mit der Ersten Stadträtin Andrea Schülner auf dem Rathausbalkon ankam, konnten die gesponsorten Brezeln nicht von oben unters Volk gebracht werden.

Keine Angst vorm schwarzen Mann hatten die Ober-Röder Regenbogenkinder. Ihnen war der Schornsteinfeger aufs Dach gestiegen.

Zugchef Werner Popp, Stadträtin Karin von der Lühe, Personalratsvorsitzender Kurt Vollmer und Thomas Mörsdorf, der Chef des Bürgermeisterbüros, machten aus der Not eine Tugend und verteilten das Backwerk auf der Straße. Da konnten sie sich von der Stimmung überzeugen, die schon vorm ersten Wagen herrschte.

1 199 Fastnachter hatte Werner Popp auf die Beine und Räder gebracht – einen weniger als die 1 200 offiziell gemeldeten Rathausstürmer in Ober-Roden. „Wir wollen keinen Wettbewerb mit dem Nachbarort“, sagte Popp. Ein Schelm, wer Böses denkt.

Julius Cäsar hatte sich eine Umgehungsstraße gewünscht. Doch der MTV tuckerte mit ihm über die von Besuchern umsäumte Ortsdurchfahrt.

Mit Kolping-Zeltlagerteam, Turnerschaft und Turngemeinde waren die Narren von der anderen Seite des Rödermarkrings jedenfalls bestens gelaunt und in großer Zahl vertreten. Und die Zuschauer antworteten ihrem „Ein donnerndes...“ brav mit „...Oweroure helau!“

„Orwisch, Oweoure, Messel und Eppedei helau“ riefen auch die erfreulich vielen ausländischen Zuschauer. Zwei Gruppen dürften ihnen besonders gefallen haben: Der Fidele Karnevalsklub 05 hatte schon zum zweiten Mal ein „Respekt – kein Platz für Rassismus“-Schild an seinen Bierwagen geschraubt. Und die Elferräte des KSV Urberach riefen’s mit den derben Worten der Narren vom Wagen herab; „Narhalla-Marsch, Narhalla-Marsch, Rassismus ist fürn A...!“

Phantasie war Trumpf – egal ob bei den Fastnachtern am Rand der Straße (links) oder bei denen mitten drauf. 

Gegen halb sechs meldete Bürgermeister Jörg Rotter, der bei der Prinzengarde der Turngemeinde mitmarschiert war, dass alle Teilnehmer wohlbehalten um 16.11 Uhr am KSV-Heim angekommen sind. Dort löste sich der Zug wie geplant auf. Die Aufforderung der Polizei, nach dem Zwischenfall in Volkmarsen sicherheitshalber alle hessischen Züge abzubrechen, war da in Urberach noch nicht angekommen.

Bilder: Rosenmontagszug mit bunten Kostümen in Rödermark

Alles zur Fastnacht in der Region finden Sie auf unserer Fastnacht-Themenseite.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare