TS-Tanz- und Spaßsitzung

Jung-Elfer klagen über blanke Brust

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Eine der drei TS-Tanzgruppen, die nicht nur die Augen der männlichen Besucher der Tanz- und Spaßsitzung erfreuten, war die Formation „Whatever“.

Ober-Roden - Die Turnerschaft freute sich am Samstagabend zum dritten Mal über ein volles Haus bei ihren Fastnachtsveranstaltungen. Das Motto „Die spinnen, die Römer“ hatte die Narren in die „rod Scheyer“, die Turnhalle in der Friedrich-Ebert-Straße gelockt.

Die Tanz- und Spaßsitzung der Turnerschaft hat ihrem Namen wieder einmal alle Ehre gemacht: Spaß gab"s jede Menge, und getanzt wurde viel – schließlich hat die TS reichlich Gruppen in ihren Reihen. Und nicht nur die Frauen wie „Whatever“, die „Points“ und die „Chiquitas“ bei ihrem ersten Auftritt in der „großen“ Sitzung sind bewundernswert rhythmisch und dazu sehr schön anzuschauen, sondern auch die Männer haben hier einiges zu bieten. Sowohl der Nachwuchs der inzwischen gereiften „Söhne Rödermarks“ wie auch die immer wieder mal verjüngten „Hanghühner“, das Männerballett der TS, entlockten den Besuchern mit ihrem Können, ihrem Selbstbewusstsein und ihrem teilweise wunderbar tapsigen Charme schrille Schreie.

Auch die dritte ausverkaufte TS-Veranstaltung (nach Damensitzung und Oldie-Night) in dieser Kampagne brachte den Narren im Saal themengemäß viel Spaß. Und auch Thomas Gotta (46) – als Sitzungspräsident seit dem letzten Jahr neu im Amt – konnte das Programm diesmal sehr viel entspannter genießen und moderieren. Nur seine eigenen Elfer bereiteten ihm (ganz kleine) Sorgenfalten: Max Auth und Philipp Köhl, im vorigen Jahr neu auf die Elferbank gekommen, monierten publikumswirksam, dass zwar alle Bühnenkünstler Kampagnenorden bekämen, ihre eigene Brust aber noch blank sei.

Dies ließ sich leicht ändern. In der Bütt ließen sie ihr erstes Elferrats-Jahr Revue passieren und erzählten von ihren Erlebnissen vor allem mit ihrem Verein – und bekamen dafür natürlich die verdienten Würden.

Über den wieder einmal von Klaus Hilger gestalteten Kampagnenorden freuten sich auch Gäste aus Giesem: Bei Frank Eser merkt man, wie seine Kinder wachsen – derzeit beklagt er die große Ruhe: „Die Kinder sind aus dem Haus. Und jetzt?“ Ebenfalls zum Klagen im ganz großen Stil, hauptsächlich bei der Bundes- und Weltpolitik, war es Dr. Sönke Herzog zumute, der erstmals in der „rod Scheyern“ auftrat: Von Genderproblemen über Angelas Raute bis zu Trumps Amerika hat er vieles verarbeitet.

Aus dem Odenwald kamen die Bembelsänger und boten - teils mitten im Publikum - eine mitreißende Werbung für alles rund um Wein und Äppler. Begleitet wurden alle Künstler auf ihrem Weg zur Bühne vom Salonorchester des Musikvereins 03

Die eng getaktete Fastnachtszeit ist schuld, dass befreundete Prinzenpaare in ihren eigenen Vereinen gebraucht wurden.

Doch dafür hatte die TS noch zwei Gruppen auf der Bühne, die zur „rod Scheyern“ gehören wie der Deckel zum Topf: Mit wunderbarem Sprachwitz machte das Kabaretttrio Huss/Köhler/Hitzel – einmal Karl-Walter, zweimal Norbert - auf sich aufmerksam als höchst erfolglose Eventagentur zur Rettung der Jamaika- und später der Großen Koalition. Sie zu hören ist ein großer Spaß, sie dabei zu sehen allerdings erst der wahre Genuss. Und dann sind da noch die „MurXXbrothers“, die Kabaretttruppe des Volkschores Ober-Roden. Endlich standen sie - nachdem ihr jährliches Herbstprogramm zuletzt ausfiel - wieder einmal gemeinsam auf der Bühne, sieben auf einen Streich, und bespaßten die Gäste.

Bilder: Sitzung der TS Ober-Roden

Nach einem eher zähen Anfang liefen sie spätestens bei ihren alten Hits wie „Rodauquelle“ oder Heimatlied zur ganz großen Form auf. Am Schluss rockten sie wirklich mit ihrem „Heimweg wird’s hell“ und dem Rausschmeißer „Mer klebe am Lebe“ die Bühne und den Saal, ehe sich alle Künstler zur Polonaise durch die Stuhlreihen trafen.

Eine Überraschung hatte der Elferrat noch parat. Zum Abschied von Frauensitzungs-Präsidentin Tina Köhl nach 3 x 11 Jahren versammelte sich der geschlossene Damenelfer auf der Bühne, um seiner langjährigen Chefin und Organisatorin Danke zu sagen. Die Fastnachterinnen taten"s mit einem auf sie umgetexteten Lied – spätestens da übermannte die Geehrte die Rührung.

Ein kleines Thema am Rande war die geplante „Fusion“ der Vereinsimmobilien: Wird die Zukunft nur noch eine der beiden TS-Grundfesten - das Sportplatzgelände oder die Turnhalle - mit sich bringen? SitzungspräsidentThomas Gotta blickte in seiner kurzen Historie zuversichtlich: „Auch bei der TS dreht sich bald das Rad der Zeit: Wir sind total bereit!“ (chz)

Quelle: op-online.de

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