1150 Narren auf der Gass’

22 Wagen beim 22. Fastnachtszug

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Wie mache ich die närrischen Zuschauer auf lokale Probleme aufmerksam? Und wie gestalte ich ein Schlagloch? Solche und ähnliche Sorgen plagten das MTV-Fastnachtsteam in den vergangenen Wochen nicht nur in der MTV-Halle.

Urberach - Vor 2x11 Jahren haben der KSV-Vorsitzende Werner Popp und einige traditionsbewusste Karnevalisten den Orwischer Rosenmontagszug wiederbelebt. Der ist am - aus närrischer Sicht - runden Geburtstag 11x100 Meter lang.

Noch gehört eine große Portion Fantasie dazu, sich diesen Wagen prunkvoll geschmückt als Elferratskutsche im Rosenmontagszug vorzustellen.  

Viel Altes und manch Neues, viel traditionell Bewährtes und manch kreatives Außergewöhnliches, viele Narren im Zug und noch mehr Narren am Rand: Der 22. Orwischer Rosenmontagszug ist der letzte Höhepunkt in der kurzen Kampagne.
Während die organisatorischen und geistigen Vorbereitungen beim Zugvater Werner Popp vom KSV Urberach schon seit Monaten laufen, sind die Handwerker des Vereins erst seit wenigen Tagen im Einsatz. In der Geis’schen Scheune bereiten sie trotz des närrischen Jubiläums nur den Elferrats-Wagen vor – alle Anderen gehen zu Fuß. Der kräftige Traktoranhänger wird den vielen Elfern gewachsen sein; er trägt das Komitee schon seit Jahren.

Seit Dienstag sind die Geschickten unter den Elfern mit Zollstock, Bohrmaschine und Akkuschrauber im Einsatz. Rund sieben Stunden, so schätzen die KSV’ler unter der Leitung ihres „Präsi“ Lars Löbig, werden sie wohl vorbereiten. Dazu kommen eineinhalb Stunden Materialbeschaffung: Also alles im Rahmen.

Mehr Kleinarbeit und vor allem eine schwierige vorherige Entscheidungsfindung gab’s beim elfköpfigen Fastnachtstrupp des MTV um Peter Schröder, das sich in ein (künstlerisch wertvolleres) Kreativteam und ein (handwerklich geschickteres) „Spax“-Team aufteilt. Schließlich haben sie sich vorgenommen, lokalpolitisch aktuell beim Rosenmontagszug mitzulaufen. Die Kritik setzt bei der Straßenbeitragssatzung und den vielen Schlaglöchern im Ort an Aber wie gestaltet man zweidimensional ein Schlagloch? Dieses Problem hat dem Fastnachtsteam so manche Sorgenfalten auf die Stirn gebracht – was daraus geworden ist, zeigt sich am Montagnachmittag.

Peter Schröder und seine Leute haben in der MTV-Halle vorgearbeitet und ihre Botschaft wie die KSV-Kollegen bei Bauern Carlo Geis auf einem Wagen montiert, der von dem Oldtimer-Traktor der Urberacher Pfadfinder gezogen werden wird. Beide Vereine sind sich einig: „Nur dank so selbstloser und hilfsbereiter Menschen wie Carlo Geis sind solche Aktionen überhaupt noch möglich.“

Spannend wird’s dann trotzdem am Rosenmontag, wenn sich um 14.33 Uhr die ersten Wagen und Fußgruppen in Bewegung setzen: Klappt dann alles? Hält alles? Wie ist das Wetter? Schließlich wurde der Rosenmontagszug vor zwei Jahren wetterbedingt und sehr zum Leidwesen aller Wagenbauer auf Fußgruppen reduziert; dann wäre viel Arbeit umsonst gewesen. Doch der Wetterbericht verspricht Gutes.

Bilder: Sitzung in Urberach

Orga-Chef Werner Popp hat wieder einen stattlichen Zug auf die Beine und Räder gebracht. Wie vor 2x11 Jahren ist der Zug 11x100 Meter lang. 1150 Teilnehmer sorgen für viel Gaudi und viel Livemusik, so etwa dank des Musikvereins 06 Urberach, des Spielmannszugs der Feuerwehr Mümling-Grumbach und des Drum-and-Buggle-Sounds von Spirit of Musik im KSV. 22 Wagen und 30 Fußgruppen hat Popp auf seiner Teilnehmerliste stehen. Die Gruppen und Vereine kommen nicht nur aus Orwisch und Ober-Roden, sondern auch aus Eppertshausen, Münster, Mümlingen-Grumbach, Messel, Babenhausen, Hergershausen, Dietzenbach und Sprendlingen.

Die Aufstellung des Orwischer Rosenmontags-Zuges erfolgt ab 13.33 Uhr in der Traminer Straße. Der Strecke führt über Freiherr-vom- Stein-, Traminer- und Konrad-Adenauer-Straße ans Rathaus, wo Werner Popp und Bürgermeister Roland Kern die Narrenschar begrüßen. Über Bachgasse, Gänseeck, Robert-Bloch-, Wagner- und Mozartstraße schlängelt sich der Zug zum KSV-Heim, wo die große Abschlussparty mit DJ Christopher Sommer stattfindet. Für das leibliche Wohl werden Weck, Worscht un’ Woi, aber auch andere Getränke angeboten.

Parkplätze für Teilnehmer und Besucher gibt’s am Bahnhof und am Festplatz. (chz)

Quelle: op-online.de

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