Nach Chaos bei „Towabo“

Germania-Maskenball auf 1800 Besucher beschränkt

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Germania-Vorstand Norbert Rink stellte sich unseren Fragen.

Rödermark - In der vergangenen Kampagne kam es im Umfeld des Germania-Maskenballs ,,Towabo“ zu Polizeieinsätzen. Problematisch war insbesondere die zeitweise viel zu große Zahl der Besucher.

Redaktionsleiter Bernhard Pelka sprach mit dem Germania-Vorstand Nobert Rink über die Vorbereitungen des Maskenballs in dieser Session. Er geht am 9. Februar ab 20.11 Uhr in der Kulturhalle Ober-Roden über die Bühne. Die Traditionsveranstaltung hat im närrischen Terminkalender seit Mitte der 50-er Jahre einen festen Platz. Sie ist die größte Veranstaltung in der Kulturhalle Ober-Roden.

Haben Sie den Ärger und die Schuldzuweisungen vom vergangenen Jahr verdaut?

Selbstverständlich. Denn letztlich haben wir uns keine Schuld zuzuweisen dahingehend, dass wir etwas falsch gemacht hätten.

Was war dann der Knackpunkt?

Teils waren die Karten gefälscht. Wir hatten zum ersten Mal seit drei Jahren auf einen unsichtbaren Stempel auf den Karten verzichtet, weil wir davon ausgingen, dass es so läuft wie immer und die jungen Leute eben keine Karten fälschen. Ein Problem war auch das ständige Rein und Raus aus der Halle. Da wurde es im Zugangsbereich bei dem ganzen Gegenverkehr schon eng. Die, die raus wollten, konnten nicht, und die, die rein wollten, auch nicht. Außerdem hat uns der Zuspruch überrascht, der durch Veröffentlichungen in den neuen Medien zustande gekommen war. Das war ein gewaltiger Ansturm.

Wie haben die vielen ehrenamtlichen Helfer, die den Ball erst möglich machen, die öffentliche Diskussion nach den Vorfällen in der vergangenen Kampagne aufgenommen? Gab es welche, die hingeschmissen haben?

Nein. Es sind ungefähr 100 Leute für die Veranstaltung im Einsatz. Die waren sehr überrascht von der negativen Außenwahrnehmung, weil in der Halle selbst die Stimmung super war. Es gab auch kein Gedränge. Es gab Bars, an denen fast nichts los war. Aber wegen des ganzen Ärgers ist keiner auf die Idee gekommen, jetzt keinen Dienst mehr machen zu wollen.

Dann laufen die Vorbereitungen für den aktuellen Ball gut?

Ja. Sehr gut - wofür ich allen Beteiligten ausdrücklich danke. Das Organisationsteam trifft sich bereits seit Ende November. Für unseren Verein ist das ja eine sehr wichtige Veranstaltung. Und eine teure. Allein die Vorlaufkosten nur für Hallenmiete und Sicherheitsdienst betragen 5 000 Euro. Dann hängt noch kein einziger Vorhang unserer schönen Dekoration.

Wie lange hat es gedauert, bis die Wogen wieder geglättet waren?

Das ging relativ schnell - begünstigt dadurch, dass wir so etwa 400 Besuchern, die wegen des Andrangs nicht in die Halle gekommen waren, das Eintrittsgeld zurückgezahlt haben.

Was ist aus den Ankündigungen des Magistrats geworden, der Maskenball dürfe nur noch unter schärferen Auflagen stattfinden?

Es gibt tatsächlich Auflagen seitens des Magistrats, an die wir uns natürlich streng halten werden. Zum Beispiel dürfen nur noch 1 800 Gäste rein. Darauf werden wir auch penibel achten. Auch müssen wir für diese 1 800 Personen Garderobenständer vorhalten. Das bedeutet, dass wir einen zusätzlichen Garderobenraum anbieten werden, weil die bisherige Kapazität so etwa bei 1350 liegt. Außerdem stocken wir das Sicherheitspersonal auf. Pro Hundert Besucher ein Mann. Das sind sechs Leute mehr als bisher.

Was ändert sich noch?

Selbst auferlegt haben wir uns den Verzicht auf verschiedene Altersgruppen beim Publikum. Bisher hatten wir zwei Gruppen: die ab 16-Jährigen und die über 18-Jährigen. Sie bekamen verschiedene Bändchen an die Handgelenke. Die Jüngeren sollten um Mitternacht gehen und damit Platz machen für die Älteren. Das hat nicht funktioniert. Auch war das mit den Bändchen sehr umständlich und bei starkem Andrang kaum zu schaffen. Wir haben mal die Zeit gemessen. Es dauert 25 Sekunden, bis so ein Bändchen am Handgelenk ist. Deshalb hat es sich am Eingang gestaut. Also wird es dieses Jahr eine reine Ü-18-Veranstaltung mit einem One-Way-Ticket. Das ständige Rein und Raus soll verhindert werden. Es gibt ja auch gar keinen Grund, die Halle zu verlassen. Es gibt dort Toiletten, Essen, Trinken, und der Raucherbereich wird viel größer sein als in der letzten Kampagne.

Was erwartet die Gäste?

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Kartenfälscher schuld am Chaos?

Vor allem prima Unterhaltung und eine super Stimmung. Die Stimmung in der Halle war ja auch letztes Jahr hervorragend. Das Problem war außerhalb der Halle entstanden. Das haben wir auch an den vielen Scherben von Wodkaflaschen gesehen. Manche haben draußen getankt, um drin zu feiern. Es gibt diesmal wieder tolle Show-Events, einen DJ und eine klasse Band.

Dann wird alles glatt über die Bühne gehen?

Davon gehe ich aus. Wir alle freuen uns schon drauf. Wir werden den Vorverkauf ab 28. Januar auf 1 000 Karten beschränken und den Rest an der Abendkasse anbieten.

Quelle: op-online.de

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