Prunksitzung bei der TG Ober-Roden

Regenten zuhauf auf der Bühne

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Ob"s ein guter Tausch für die Narren ist? Sie schmückten Bürgermeister Roland Kern mit einem Orden, nachdem er ihnen den Schlüssel für die ohnehin leere Stadtkasse überlassen hatte.

Ober-Roden - Der Stadtschlüssel wanderte aus den Händen des Bürgermeisters in die Hände des Prinzenpaares – spätestens mit dieser symbolischen Übergabe herrscht nun wirklich die Fastnacht in Rödermark.

Der Rathauschef Roland Kern wurde für seinen Akt der Demut mit einem Orden belohnt, während Prinz Jan I. (Roth) und Prinzessin Linda I. (Gotta) befahlen: „Kind, Mann oder Frau: ein dreifaches Ober-Roden helau!“. Die erste der drei Prunksitzungen der TG Ober-Roden, professionell und zugleich liebenswert geleitet von Sascha Reisert und seinem Elferrat, machte den Wandel in der Fastnachtstradition deutlich. Überall ist direkte Nähe zur Narrenschar gefragt. So war diesmal auch der Eppertshäuser Christoph Visone der einzige „auswärtige“ Gast der Sitzung. Ganz besonders herzlich begrüßt wurden zwei Wiedereinsteiger: die showbegabte Sängertruppe „Kurz+Bündig“ des Frohsinnchores sowie die drei Bänkelsänger Udo Kirchrath, Michael Gotta und Norbert Rink. Das Trio steht seit 38 Jahren auf der Fastnachtsbühne.

Anhand von Theo Kosers markanten Zeichnungen glossierten sie vor höchst amüsierten Zuhörern zumeist das lokale Geschehen vom Hoabacher Verkehrsdesaster bis zum Stadtbus. Aber auch das Berliner Flughafen-Fiasko und die traurige Trennung von Sarkozy und Angi bekamen ihr Fett weg. Gekonnte Wortbeiträge - deren es bei der TG-Sitzung überdurchschnittlich viele gibt – bekommen schallenden Applaus, man denke nur an das Reisert-Trio: Sascha als Sitzungspräsident und Protokoller mit pointierter Kritik an In- und Ausland, Michi, der jüngste, inzwischen von der Playbackgruppe vergangener Tage zum versierten Büttenredner ausgewachsen und dieses Jahr tieftraurig über seine verfehlten Castingerfolge, bis hin zum intelligenten und fantasievollen Dauerredner Boris, der diesmal (auch im Fernsehen schon angekommen) für die Sippe kocht.

Ähnlich erfolgreich sind auch die Beiträge von Norbert Köhler, diesmal mimte er hinreißend den muffeligen Gast auf einem ungeliebten Ehemaligentreffen. Auch Alicia Eyssen erzählte als Maja von den Verrücktheiten des nun nicht stattgefundenen Weltuntergangs. Als Tochter eines ehemaligen Prinzenpaares war sie nicht allein an diesem Abend, denn es wimmelte nur so von einstigen närrischen Blaublütlern und ihren Nachfahren, inklusive des erfrischend munteren Kinderprinzenpaars Linda I. (Novotny) und Prinz René I. (Weiland).

Wie eng die Prinzenpaare mit ihrem Verein verbandelt sind, zeigte sich bei den Tanzgruppen. Beide Prinzessinnen tanzten mit – bei den Majoretten und im Jazznachwuchs. Hier ist die TG fast unschlagbar. Die vielen Tanzgruppen müssen sich schon auf die Sitzungen aufteilen, damit sie alle drankommen – bei der ersten Sitzung erfreuten neben Tanzmariechen Celine Frank vor allem Prinzengarde, Midi- und Minigarde, Mini-Jazz, die Street Life Dancers und natürlich die Majoretten und ihr Nachwuchs die Gäste – allein hier mit einer ehemaligen Prinzessin und drei (Ex-)Kinderprinzessinnen. Ausschließlich ehemalige Prinzen gab"s wieder beim nach wie vor erfrischenden Auftritt der Prinzlichen Hofgarde, diesmal auch schon mit Ex-Prinz Armin I. vom vergangenen Jahr. Umrahmt vom Musikzug der TG und von der Partyband „Kiwis“ endete der Bühnenteil des Abends mit dem traditionellen Luftballonregen, ehe in Saal und Bar weitergefeiert wurde. J chz

Quelle: op-online.de

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