FDP: „Mühlengrund“ überdenken SPD fragt Bürger

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Betreutes Wohnen für Senioren allein ist den Liberalen zu wenig, bezahlbarer Wohnraum für alle Altersgruppen, zum Beispiel Familien, sei vonnöten. CDU, AL und SPD favorisieren Betreutes Wohnen mit sozialer Komponente.

Urberach (lö) ‐ Die FDP schert beim Umbau des Hauses am Mühlengrund aus: Betreutes Wohnen für Senioren allein ist den Liberalen zu wenig, bezahlbarer Wohnraum für alle Altersgruppen, zum Beispiel Familien, sei vonnöten. CDU, AL und SPD favorisieren Betreutes Wohnen mit sozialer Komponente.

Ein Teil der Mieten soll subventioniert werden. Das Geld, rund 1,4 Millionen Euro, hat die Stadt dank des Verkaufs der früheren Bosch-Parkplätze seit drei Jahren in der Kasse. Betreutes Wohnen nach den Vorgaben der DIN 77800 würde in einem von Grund auf modernisierten Haus am Mühlengrund laut vorsichtigen Schätzungen der Kommunalen Betriebe Rödermark (Stand 2008) bereits in der günstigsten Ausbaustufe eine Miete von mindestens 10,80 Euro pro Quadratmeter kosten. „Diese Summe ist selbst mit einem Zuschuss der Stadt für viele Menschen nur sehr schwer bis gar nicht mehr bezahlbar“, befürchtet der FDP-Vorsitzende Hans Gensert.

Soll die Miete dann noch durch subventioniert werden, seien die Folgekosten für den Rödermärker Haushalt über Jahrzehnte enorm und in Gegenrechnung von den Erwerbstätigen nicht mehr zu leisten. Gensert: „Von der Generationengerechtigkeit und jeglichen Gedanken an eine Haushaltssanierung können wir uns dann gleich verabschieden!“

Wie wollen die Rödermärker im Alter wohnen? Das fragt die SPD bei ihrer ersten öffentlichen Fraktionssitzung, die am Donnerstag, 8. April, um 19 Uhr im Graf-Reinhard-Saal der Kulturhalle beginnt. Referenten sind Heinz Weber, der Vorsitzende des Seniorenbeirats, und Wolfgang Geiken-Weigt, der Leiter der städtischen Sozialdienste. Sie erläutern die Folgen des demografischen Wandels für die Stadtplanung und -entwicklung.

Insofern sei der komplette Umbau zum Betreuten Wohnen weder bedarfsgerecht noch finanzierbar, sondern in letzter Konsequenz „auch deutlich unsozial“. Gensert hält eine Quadratmetermiete von 7,50 Euro ohne Subventionen für die Obergrenze. Daran müsse sich der Umbau des Hauses am Mühlengrund orientieren. Die befürchtet, dass die Stadt zu Gunsten des sicherlich auch nötigen Wohnraums für Betreutes das Wohnen für finanziell schwache Haushalte sträflichst vernachlässigt. Gensert verweist auf Prognosen des Paritätischen Wohlfahrtsverbands und des Deutschen Gewerkschaftsbundes, wonach Deutschland auf eine Altersarmut von zehn Prozent zusteuert. Da stelle sich nicht mehr die Frage nach Betreutem, sondern nach bezahlbarem Wohnen überhaupt.

Dennoch friste der öffentlich geförderte Wohnungsbau seit langem ein Schattendasein. Gab es in den 70er Jahren bundesweit noch 4 Millionen Sozialwohnungen, so sind es heute nur noch 1,4 Millionen. Allein in Hessen suchen 40 000 Familien, Paare und Singles eine bezahlbare Wohnung.

Quelle: op-online.de

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