Fein herausgeputzt

+
Kinder und Eltern der Urberacher Schule an den Linden sammelten Müll rund ums Viktoria-Gelände. Mit dabei waren auch (von links) Moritz, Tamina, Pia, Daphne, Nicki und Jörg.

Rödermark (chz) - Viele kleine Mülldeponien am Straßenrand machten am Samstagmittag sichtbar, dass der Rödermärker Gemarkungsputz erfolgreich war. Rund 280 Sammler, 30 mehr als im vergangenen Jahr, trugen ihr Scherflein dazu bei.

Und wenn auch die magische 300er-Grenze nicht erreicht wurde, waren die Organisatoren zufrieden.

„Anderer Leute Müll wegzuräumen ist das genaue Gegenteil von blankem Egoismus.“ Der Dank von Bürgermeister Roland Kern galt neben den vielen großen und kleinen Helfern auch Wolfgang Mieth, dem Chef der Kommunalen Betriebe Rödermark, und Sigrun Rock von der Abteilung Abfall. Sie hatten die Aktion seit Februar vorbereitet und alle Teilnehmer des vorigen Jahres direkt angeschrieben.

13 Vereine quer durch die Stadt, dazu drei Kitas sowie viele Familien und Einzelpersonen hatten sich beteiligt. Eine Gruppe der Schule an den Linden war mit Hund und Handwagen am Waldrand rund um das Viktoria-Gelände unterwegs. In Ober-Roden waren es die Klassen 4a und 1f aus der Trinkbornschule – die eine in der Regie von Lehrerin Andrea Schöps, die andere unter der von Carolin Schöps: Mutter und Tochter waren hochzufrieden: „Wir sind vor allem überwältigt, dass so viele Eltern mitgekommen sind!“

Das Abfallaufkommen war ganz unterschiedlich

Das Abfallaufkommen war ganz unterschiedlich: Die Sammler zwischen Waldacker und Ober-Roden etwa lasen sichtlich mehr Kleinmüll, aber weit weniger Großteile als in den letzten Jahren auf, was die Siedlergemeinschaft Waldacker zu letztlich aber trügerischer Hoffnung veranlasste: „Die Leute sind sauberer geworden!“ Die Waldackerer fanden schon fast verrottete Zementsäcke, außerdem war die Erinnerungsstätte am 50. Breitengrad mit Hunderten von Zigarettenkippen bös verdreckt, obwohl ein Mülleimer direkt daneben steht.

Da lag auch jede Menge Gartenmüll. „Aber solange die Töpfe nicht noch mit dran sind, geht’s ja“, schmunzelte Maria August. Auch fünf Cent fanden die Sammler, und Ruth Feldmann freute sich: „Man sieht: es lohnt sich, Müll zu sammeln!“

Dagegen beklagte Ulrich Gerdon, Vater aus der Klasse 4a, wie auch andere Sammler in manchen Rödermärker Ecken ganze Mülldeponien: Fahrräder im Ganzen und in Einzelteilen, Autoreifen, Warndreiecke, ganze Glasscheiben, Plastikeimer, Fußbälle – die Liste könnte beliebig verlängert werden.

Viel Spaß bei der schmutzigen Arbeit

Viel Spaß bei ihrer schmutzigen Arbeit hatten die 32 Heinzelmännchen und –mädchen aus der Breidert-Initiative und den Kitas Zwickauer und Potsdamer Straße, die gemeinsam unterwegs waren. Fanden sie doch einen Autositz oder eine fast komplette Küche mitsamt Schubladen sowie fünf Kartons mit noch gebundenen Prospekten mitten im Wald.

Lara (10) hatte zusammen mit ihrem Opa Peter Raesch und Peter Michael Winter innerhalb kürzester Zeit fünf Säcke voller Unrat aufgelesen.

Spaß hatten auch die rund 30 Kinder und Eltern vom Kinderhaus unter dem Regenbogen. Zwölf Säcke voller Dreck sammelten allein die TG-Helfer; die Mitglieder der Kolpingsfamilie fanden zwei Fahrräder, einen Kinderwagen, Zeltstangen, Heizungsboiler, zehn Müllsäcke voll Kleinteile und volle Windeln rund um den ehemaligen Paramount Park und die Nell-Breuning-Schule.

Peter Michael Winter aus Urberach fragte einmal mehr, warum die feine Sache des Gemarkungsputzes vor den ebenso schmuddeligen Ortskernen Halt macht, und bekam zur Antwort, dass da – theoretisch – die Straßenreinigungssatzung jeden Einzelnen in die Pflicht nehme.

Sogar kleine Verletzungen wurden in Kauf genommen – als etwa der scharfkantige Inhalt eines Sackes über den Sammler herfiel und ihn am Bein verletzte. Doch beim Imbiss waren solche Schäden rasch vergessen.

Quelle: op-online.de

Kommentare