Ende der Straßenbauarbeiten

Das Fest beweist: Waldacker lebt

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Die neue Querungshilfe auf der B 459 vor ihrer Feuerprobe: mit Fahrrad und Kettcar samt den Kindern Julian und Emilian auf dem Heimweg vom Fest nach Messenhausen.

Waldacker (chz) - „Kein Mensch ist so reich, dass er nicht seinen Nachbarn bräuchte“: Der Spruch, mit dem Quartierssprecherin Marisa Haring das Straßenfest in Waldacker eröffnete, wurde am Samstag einen Nachmittag lang lebendig.

Ganz Waldacker schien nur auf ein solches Fest gewartet zu haben. Seit der „Hoabacher Kerb“ vor vielen Jahren tat sich hier nichts, was schon beispielhaft für den Ortsteil ist. Mindestens jeder zweite Waldackerer schien auf den Beinen zu sein, Jung wie Alt, dazu viele Gäste aus anderen Ortsteilen.

Bis 16 Uhr – zwei Stunden vor dem eigentlichen Festende – waren 300 Grillwürste ebenso verspeist wie 270 Fischbrötchen und fast 30 Kuchen. Doch auch Hausmacher Wurst in Dosen ging bei den Anglern weg, genauso wie gute Ratschläge beim Verein Bürger für Sicherheit oder Luftballons und Feldblumensamen bei der Siedlergemeinschaft. Hochbetrieb herrschte bei den Hundefreunden und beim Fotoclub, reger Besuch auch an den Ständen der Quartiersinitiative, die aus der Zukunftswerkstatt entstanden war und mit Unterstützung der Stadt das Fest auf die Beine gestellt hatte.

Waldacker feiert neue Hauptstraße

Waldacker feierte seine neue Hauptstraße

Alle im Ortsteil vertretenen Vereine waren gerne mit auf den Zug aufgestiegen. Der Tennisclub kümmerte sich um Kaffee und Kuchen, die Jugendabteilung der Quartiersgruppe rüstete gemeinsam mit der Kita Waldacker einen Spielparcours für Kinder und Jugend aus.

Das Wetter half schließlich etwas mit, indem es gegen Spätnachmittag wieder zu regnen anfing, als der Grill schon gesäubert und die Kuchentheke abgeräumt war. Mit Akkordeonklängen im Zelt und Rock und Pop auf der Straße sorgten Peter Knapp und die Schülerband „Basement Riots“ für gute Laune.

Das Fest sollte die wichtige Bauphase an der Bundesstraße 459 abrunden, aber auch eine neue Zeit einläuten. Vielleicht kann daraus ja eine neue Tradition werden - als lebendiges Beispiel dafür, dass dieser Ortsteil wirklich lebt. Viele Waldackerer sahen sich hier seit Monaten zum ersten Mal - es gibt weder Treffpunkte noch den kleinen Plausch beim Einkaufen.

Versprechen eines Fässchens Bier

Am Wunschbaum der Quartiersinitiative Waldacker konnten Bürger ihre Wünsche für ihren Ortsteil anheften.

Bürgermeister Roland Kern, der mit dem Versprechen eines Fässchens Bier die damals recht gereizten Bürger zu Beginn der Bauarbeiten erst auf die Festidee brachte, war hochzufrieden. Er dankte auch den vielen „Fachbürgern“, die sich nicht gescheut hatten, mit eigenen Messwerkzeugen bis in die letzten Stunden der Bautätigkeit emsig nachzumessen und Hinweise auf Schwachstellen zu geben. Die Straße sieht gut aus, der Verkehr rollt, wie er soll. Dafür, dass er nicht zu schnell wird, sollten die Mittelinseln noch dreidimensionaler gestaltet werden, um noch weiter zu beruhigen „und Vernunft hinter den Windschutzscheiben Einkehr halten zu lassen“. Kern dankte vor allem der Zukunftswerkstatt: „Arbeit an der Zukunft geschieht dadurch, dass wir in der Gegenwart einen Schritt vor den anderen setzen.“

Was zu Beginn des Nachmittags bei den Verantwortlichen noch Stirnrunzeln auslöste, war später schon fast in Planung: Nächstes Jahr soll es eine Neuauflage geben, „auch wenn wir dafür eine neue Straße bauen müssten“, schmunzelten einige unterm Regenschirm, ganz gemäß dem Satz aus der Begrüßungsrede von Marisa Haring: „Wer hat denn noch Pläne? Was ist noch zu machen? Wir machen nix Halbes - nur ganze Sachen!“

„Am Schluss wurde es recht sportlich“

Sie freut sich zu Recht, dass das Straßenfest ein voller Erfolg wurde: Marisa Haring, rühriges Mitglied der Quartiersgruppe und Sprecherin der Initiative bei der Eröffnung des Festes.

Der Dank der Gruppe geht an Sandra Seibert, die als eine Art Anschubhilfe der Stadt den Quartiersprozess begleitet und sehr viel für das Fest geleistet hat: „Am Schluss wurde es recht sportlich, aber es hat auch dank ganz vieler Helfer super geklappt.“ Auch finanziell lief das Fest dank Unterstützung der Stadt sehr beruhigend. Die Fachabteilungsleiter Edith Itta und Wolfgang Geiken-Weigt halfen mit Rat wie Tat, so etwa durch die Organisation der Jugend.

Das Fest wird den Quartiersprozess vorantreiben, allein schon die Auswertung des Wunschbaumes, der zum Festende viele Blätter mit Bürgerwünschen für Waldacker trug. Neben einem Fußgängerüberweg an der Kreisquerverbindung oder der Verbesserung des Radweg-Endes stand hier immer wieder der Wunsch, die Kontakte im Ortsteil zu fördern. Dazu seien lebendige Treffpunkte drinnen wie draußen erforderlich – bis hin zu einem Handarbeitskreis, bei dem vorgelesen wird.

Quelle: op-online.de

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