Schwarz-grüne Gedankenspiele

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Öd und leer liegt der Ober-Röder Festplatz zwischen Alfred-Delp-Straße, Bahn und Rodau. CDU und AL wollen dort soziale Einrichtungen bauen und einen Park anlegen.

Ober-Roden (lö) - Altengerechtes Wohnen auf dem Festplatz, umweltfreundliche Energiequellen, mehr Natur entlang der Rodau auch innerhalb Ober-Rodens, neuer Freiraum zum Feiern vor der Kulturhalle.

Das sind die Grundzüge einer städtebaulichen Vision, mit der CDU und AL den Altort gleich an zwei Ecken aufwerten wollen. Kritik an der Art der Festplatz-Bebauung kommt von den Freien Wählern.

Die schwarz-grüne Koalition sieht diesen Antrag, der am Donnerstagabend im Haupt- und Finanzausschuss diskutiert wurde, als „wegweisend“ für Wohn- und Lebensqualität. Ober-Rodens Festplatz wird als solcher praktisch nicht mehr genutzt, zumal größere Feiern sich seit Jahren in die Ortskerne zurückverlagern, erläuterten die Fraktionsvorsitzenden Michael Gensert (CDU) und Stefan Gerl (AL). Die rund 5 000 Quadratmeter große triste Asphaltfläche ist ihrer Meinung nach ein guter Platz für Betreutes Wohnen, ein Mehrgenerationenhaus oder ähnliche Einrichtungen.

„Soweit aus dieser Maßnahme Erlöse der Stadtkasse zufließen, sind diese vorrangig für die geplante und beschlossene weitere Aufwertung des Bereichs zwischen Kulturhalle und Bücherturm zu verwenden“, lässt die Koalition offen, ob sich mit dem Verkauf des Festplatzes Geld verdienen lässt.

Flächen entlang der Rodau renaturieren

Nach dem Abriss des alten Feuerwehrhauses soll Ober-Rodens neuer zentraler Festplatz entstehen. Die Infrastruktur der Kulturhalle - Veranstaltungstechnik, Toiletten, Gastronomie - macht ihn weit besser nutzbar als seinen Vorgänger. Letztmals feierte dort die Turngemeinde 2008 ihr 100-Jähriges.

CDU und AL wollen Flächen entlang der Rodau renaturieren und in eine parkähnliche Landschaft umwandeln. Damit sei auch der Öko-Ausgleich für die angedachte Bebauung geschaffen. Die angrenzenden Kleingärten werden in ihrem Bestand dauerhaft gesichert.

Schwarz-Grün legt Wert darauf, dass bei der Planung eine zukunftsweisende Energieversorgung - etwa durch ein Blockheizkraftwerk – berücksichtigt wird. Die Ausrichtung aller Gebäude müsse die Nutzung der Sonne als Energiequelle gewährleisten.

Manfred Rädlein vermisst „normales Wohnen“

Die Wohnqualität angrenzender Grundstücke dürfe in keiner Weise unzumutbar beeinträchtigt werden, versichern Gensert und Gerl. Sie wollen die Bürger in alle Phasen der Planung eng einbeziehen. Dazu gehöre auch darzulegen, ob und welche Auswirkungen die Gesamtmaßnahme auf das Stadtklima haben könnte. CDU und AL ermuntern in ihrem Antrag den Magistrat, sich von unkonventionellen Ideen kreativer Studenten der TU Darmstadt inspirieren zu lassen.

Die Freien Wähler stehen diesen Ideen grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber. Fraktionsvorsitzender Manfred Rädlein vermisst jedoch „normales Wohnen“ auf dem Festplatz. Sein Vorschlag, das Wort Wohnbebauung mit in den Antrag zu nehmen, sei „von der grünlastigen Koalition gnadenlos abgelehnt“ worden. „Wir können uns das nur damit erklären, dass die AL seit Jahren gegen jegliche neue Wohngebiete ist. Damit wird den Anliegern von vornherein vorgeschrieben, mit was sie zu rechnen haben und wohin der Weg geht“, sagte Rädlein gegenüber unserer Zeitung.

Quelle: op-online.de

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