Wehr spielt Schlangenbeschwörer

Rödermark (lö) - Selbst hinter trockener Statistik verbirgt sich oft Originelles. 13 Mal wurden die Rödermärker Feuerwehren voriges Jahr zu Einsätzen mit Tieren gerufen und sahen sich meist lästigen Insekten gegenüber - Routine also.

Aber die freiwilligen Helfer betätigten sich auch als Schlangenbeschwörer und Ziegenfänger. Eine kleine Herde des meckernden Hornviehs war aus ihrem Pferch am Oberwiesenweg ausgebüchst und hatte kurzfristig sogar die Dreieichbahn ausgebremst. „Wir konnten die Ziegen recht schnell wieder einfangen und haben sie im Feuerwehrauto zu uns auf den Stützpunkt transportiert“, ergänzte Stadtbrandinspektor Waldemar Schrod die nüchternen Zahlen der Bilanz 2010/2011. Der Besitzer konnte seine Tiere wieder abholen.

Urberacher Feuerwehrleute waren Ende August zum Schlangenalarm in die Adlerstraße ausgerückt. Das Reptil hatte sich in einem Kellerschacht breit gemacht. Zum Glück war"s nur eine harmlose Ringelnatter, die die Feuerwehr heraus fischte und im Wald in die Freiheit entlassen konnte.

345 Einsätze weist Schrods Bilanz zwischen 1. November 2010 und 31. Oktober 2011 aus. Das sind fast 100 mehr als im Vorjahr. Schuld war der Gewittersturm, der sich am Abend des 24. August über Rödermark ausgetobt hatte. Massenweise stürzten Bäume um und liefen Keller oder Unterführungen voll.

Löschen längst nicht mehr die Hauptaufgabe

Das Löschen von Bränden ist längst schon nicht mehr die Hauptaufgabe der Feuerwehr. „Nur“ 60 mal schlugen den Helfern Flammen oder Qualm entgegen, in die Kategorie „Großbrand“ fiel nur ein einziger dieser Einsätze: An Karfreitag brannten zwei Autos und eine Garage, nachdem ein Bastler eine Benzinleitung wechseln wollte.

248 Mal rückten die Wehren beider Stadtteile zu technischer Hilfe aus. Meist streuten sie Ölspuren ab, sicherten Unfallstellen oder halfen Notarzt und Rettungsdienst, Verletzte und Schwerkranke zu transportieren.

Als eine von drei Stützpunktfeuerwehren waren die Ober-Röder Brandschützer im ganzen Kreis gefordert. Bei Gefahrgutunfällen in Rodgau, Offenbach und Froschhausen wurde der Umwelt-Messwagen angefordert, die Löscharbeiten nach einem Hochhausbrand in Langen wurden vom Einsatzleitfahrzeug des Kreises, das in Ober-Roden stationiert ist, koordiniert.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Christoph Ehleben/pixelio.de

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