Feuerwehren üben bei 300 Grad

Kühlen Kopf bewahren in Flammenhölle

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Im Feuerdrachen - so heißt die rollende Brand-Simulationsanlage auf Deutsch - müssen Feuerwehrleute aus dem ganzen Kreis kühlen Kopf bewahren, selbst wenn der berühmt-berüchtigte Flashover über sie hinweg tost.

Ober-Roden -  Eine Flammenwalze rollt über Daniel Roth und Miki Eckert hinweg. Für die Obertshäuser Feuerwehrmänner wird ein Albtraum wahr, sie knien unter einem 300 Grad heißen Flashover. Zum Glück ist's nur eine Übung, aber eine überaus realistische. Von Michael Löw

Eine Flammenwalze rollt über Daniel Roth und Miki Eckert hinweg. Für die Obertshäuser Feuerwehrmänner wird ein Albtraum wahr, sie knien unter einem 300 Grad heißen Flashover. Zum Glück ist"s nur eine Übung, aber eine überaus realistische. Eine Woche lang steht der „Fire Dragon“, die mobile Brand-Simulationsanlage der Firma Dräger, auf dem Hof des Feuerwehrstützpunktes in der Kapellenstraße. 320 Feuerwehrmänner und -frauen aus dem ganzen Kreis durchlaufen hier die heiße Phase ihrer Ausbildung. „Für jüngere Einsatzkräfte ist das oft das erste große Feuer“, erläutert Kreisbrandinspektor Ralf Ackermann. Wenn der „Feuerdrachen“ faucht, spüren sie die immense körperliche Belastung eines Brandes. Erfahrene Ausbilder und Mario Langer am Regler der künstlichen Brandherde garantieren Sicherheit.

Hinter den dicken Stahltüren des Lkw-Hängers können die freiwilligen Brandschützer unzählige Situationen trainieren: Wie kämpfen sie sich im Dunkeln über eine Treppe in die brennende Wohnung vor? Was ist zu tun, wenn die Friteuse in Flammen steht? Wo ist der „sicherste“ Ort im Flammenmeer?

Übung in der Feuerhölle

In einer mobilen Brandübungsanlage haben Feuerwehren aus dem Kreis Offenbach den Ernstfall in Rödermark geprobt.

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Doch der Flashover toppt alles. Das ist eine dicke schwarze Rauchwolke unter einer Zimmerdecke, die sich innerhalb von Sekundenbruchteilen in besagte Flammenwalze verwandelt. „Wenn die Engelein anfangen zu tanzen, gibt"s nur noch eines: klein machen“, rät Kreisbrandmeister Markus Widczisk (Obertshausen) unerfahrenen Kollegen. Tanzende Engelchen sind übrigens grüne Flammen, die unmittelbar vorm Flashover am Qualm entlang wabern.

Auch unter der Feuerwalze heißt"s kühlen Kopf bewahren. Die Einsatzkräfte üben nämlich auch, möglichst wenig Wasser möglichst effektiv einzusetzen. Das schont die Gebäudesubstanz, denn deutsche Feuerwehrleute wollen amerikanisches Löschen vermeiden. Sie lästern gerne, dass die US-Kollegen so lange Wasser in ein brennendes Haus pumpen, bis das Wasser, das herausläuft, nicht mehr wärmer ist als das aus dem Hydranten.

Quelle: op-online.de

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