Ins Visier der Erbsenzähler geraten

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Bürgermeister Roland Kern ehrte Klaus Lenhard (links) für 40 Jahre Mitgliedschaft in der Einsatzabteilung. Lenhard spendete den mit der Auszeichnung verbundenen Betrag gleich an die Wehr weiter.

Urberach - Die Urberacher Feuerwehr hat es satt, dass selbst ernannte Sparkommissare im Internet sie zum Spielball ihrer Rotstift-Phantasien machen. Sie erledige ihre Aufgaben zum Wohl der Bevölkerung effizient und kostengünstig.

„Wir werden uns der immer wieder aufkeimenden Diskussion über die Reduzierung der Feuerwehrhäuser stellen. Ein Sparen auf Kosten der Sicherheit für die Bevölkerung wird mit uns nicht machbar sein“, sagte Wehrführer Dieter Rumpf bei der Hauptversammlung.

Die in der Regel anonymen Pfennigfuchser werfen der Wehr gerne vor, dass sie mit großen Aufgebot zu einer kokelnden Bratpfanne ausrücken. Dabei vergessen sie, welche Pflichten mit dem Alarmstichwort „Wohnungsbrand“ verbunden sind.

Einsatzzahlen im letzten Jahr

Von den Einsatzzahlen (73) her war 2012 für die Urberacher Wehr eher durchschnittlich. Allerdings musste sie zwei spektakuläre Brände löschen. Allen Feuerwehrleuten noch frisch in Erinnerung war der Großbrand in einer Ober-Röder Reihenhauszeile am 11. Dezember. Der Schaden war mit einer halben Million Euro zwar groß, die geballte Schlagkraft der Rödermärker Wehren verhinderte jedoch das Übergreifen der Flammen auf weitere Häuser.

Den seit Jahren schwersten Wohnungsbrand in Urberach musste die Feuerwehr am frühen Morgen des 10. Februar in der Bischof-Ketteler-Straße löschen. Die Bewohner, eine vierköpfige Familie, konnten sich nur dank des beherzten Eingreifens eines Feuerwehrmanns aus der Nachbarschaft in Sicherheit bringen.

1 199 Stunden im Einsatz

Die 73 Einsätze verteilten sich wie folgt: 41 Hilfeleistungen, 22 Brände, 10 Fehlalarme und 13 Einsätze, die vom hauptamtlichen Personal des Feuerwehrstützpunktes in Ober-Roden erledigt wurden. Die Urberacher Feuerwehrmänner und -frauen waren 1 199 Stunden im Einsatz. Die Brände nahmen mehr als die Hälfte davon in Anspruch. In Ausbildung, Lehrgänge und Brandwachen investierten die freiwilligen Feuerwehrleute mehr als 4 000 Stunden.

Jenny Ahnert und Dennis Zischka wurden zu Gruppenleitern der Urberacher Jugendfeuerwehr gewählt. Sarah Felten und Lucca Dörstein sind die neuen Jugendsprecher im Team von Jugendwart Christoph Prenzel.

Während der Sommerferien begann die langersehnte Umstellung auf digitale Funktechnik. Das erforderte nicht nur zusätzliche Schulungen, sondern auch Umbauten im Feuerwehrhaus. Die Kommunalen Betriebe erneuerten unter anderem die Telefonanlage. In der Urberacher Feuerwehr waren am 31. Dezember 2012 50 Männer und fünf Frauen aktiv. 27 Jugendliche bereiten sich auf den Dienst in der Einsatzabteilung vor.

Dieter Rumpfs besonderer Dank galt Firmen aus Urberach und Umgebung, auf deren Unterstützung sich die Feuerwehr verlassen kann: Bäckermeister Wolfgang Löbig hatte gut ein dreiviertel Jahr lang sein Floriansbrot im Sortiment und verkaufte 1 000 Laibe davon. Das brachte 200 Euro in die Jugendkasse. Auch Kfz-Meister Klaus Lenhard ist der Wehr seit Jahrzehnten auf vielfältige Weise verbunden. Das Engagement des Funktechnik-Spezialisten Ceotronics ist so groß, dass Rumpf ihn für die Auszeichnung „Partner der Feuerwehr“ vorschlägt.

Quelle: op-online.de

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