Filigranarbeit mit schwerem Gerät

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Bis Ende März muss der Abbruch erledigt sein. Parallel dazu beginnen bereits am Montag die ersten Arbeiten am Neubau beziehungsweise in den Gebäuden, die Teil der neuen Ulma-Zentrale werden.

Ober-Roden - (lö) Feinarbeit mit schweren Maschinen leisten seit Tagen die Männer eines Walldürner Bauunternehmens im Industriegebiet. Eine Betonsäge mit einem Sägeblatt von knapp einem Meter Durchmesser frisst sich durch den 12 Tonnen schweren Träger, der an zwei Stahlketten eines Autokrans hängt.

Der Träger - beeindruckende 20 Meter lang - soll nämlich vorsichtig weg gehoben werden, ohne gleich die ganze Halle niederzureißen, auf deren Außenmauer er liegt. „Das ist unsere anspruchsvollste Aufgabe, denn die Fassade bleibt bestehen“, erläutert Bauleiter Michael Roth.

Die Abrissarbeiten sind derzeit in vollem Gange.

Die Firma Ulma Betonschalungen und Gerüste verlegt den Sitz ihrer Deutschland-Zentrale von Dudenhofen in die Carl-Zeiss-Straße, wo sie rund 12 000 städtisches Industriegelände und die rund 38 000 Quadratmeter große frühere Spedition gekauft hat. Rund 33 000 Kubikmeter umbauten Raum müssen mit Baggern, Bulldozern und dem Autokran platt gemacht werden.

Bevor die Maschinen ans Werk gingen, haben Arbeiter die Gebäude entkernt und Metalle oder Isolierungen entfernt. Beton und Mauerwerk lässt Roth an Ort und Stelle von einer mobilen Recyclinganlage shreddern. 2 400 Kubikmeter davon werden als Tragschicht für Verkehrs- und Lagerflächen wieder in den Boden eingebaut.

Auch schweres Gerät rückt an, um große Teile zu entfernen.

Acht Millionen Euro - Grundstückskauf, Abriss, Neubau - investiert Ulma nach Auskunft von Geschäftsführer Michael Bader in seine neue Zentrale. Die deutsche Tochter einer spanischen Gesellschaft will am 10. Juni in der Carl-Zeiss-Straße Einweihung feiern. Doch zwei Mieter, die erst auf den letzten Drücker aus den Hallen rausgingen, und der lange, kalte Winter machen den Zeitplan zu einer knappen Sache. Bauleiter Michael Roth: „Die Einhaltung des straffen Zeitplans ist eine zusätzliche Herausforderung für die beteiligten Firmen.“

Ulma erwirtschaftete zuletzt mit 40 Beschäftigten einen Jahresumsatz von elf Millionen Euro. Ursprünglich wollte das Unternehmen seine über ganz Rodgau verteilten Standorte an der Autobahn bei Weiskirchen konzentrieren. Doch die Grundstücksverhandlungen scheiterten. Rödermarks Wirtschaftsförderer Norbert Rink hatte aus der Zeitung von der schwierigen Suche erfahren und den Ulma-Managern die beiden Grundstücke in Ober-Roden angeboten.

Quelle: op-online.de

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