Erste Nistkästen im Breidert aufgehängt

Gute Stube für Fledermäuse

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Dr. Rüdiger Werner vom NABU Rödermark erzählte den Teilnehmern der Nistkastenaktion viel Wissenswertes über Fledermäuse – so etwa, dass sie in einer Nacht bis zu 4 000 Mücken „erlegen“ können und deshalb effektive Schädlingsbekämpfer auch in Hausnähe sind. Die Bemalung der Nisthöhlen soll Feinde der Fledermäuse.

Ober-Roden - Die ersten künstlichen Fledermaus-Nisthöhlen haben die Initiative „Wir sind Breidert“ und der Naturschutzbund (NABU) im Wald am „Braaret-Bernsche“ auf gehängt.

Mit Kindern der umliegenden Kitas haben sie zudem die 16 in den vergangenen Jahren gemeinsam gebauten und aufgehängten Nistkästen unter die Lupe genommen. Zählt man jene Kästen dazu, die die Initiative „in Pflege“ genommen hat, sind das rund 60 Nisthilfen im Wald im Breidert.

Beim Kontrollieren und Säubern fiel den Naturfreunden auf, dass die meisten bewohnt worden waren. Sie haben aber noch viele unausgebrütete Eier gefunden wurden: „Das hängt mit dem zu kalten Frühjahr und dem dadurch verschobenen Brutzyklus zusammen. Manche Vögel haben wohl auch zwei, dreimal gebrütet und sind mit der letzten Brut buchstäblich nicht mehr fertig geworden.“

Karlheinz Weber von der Breidert-Initiative ist recht stolz über diese eigentlich traurige Entdeckung. Denn sie zeigt: „So systematisch, wie wir hier die Brutkastenpflege betreiben, geschieht das sonst nirgends und wird daher auch gar nicht so erkannt.“ Dr. Rüdiger Werner, Vorsitzender des NABU Rödermark, erzählte beim Rundgang auch viel Wissenswertes über Fledermäuse, die auf Vorschlag der Initiative nun auch gemeinsam beobachtet und umworben werden. Dafür haben die Helfer am Samstag die ersten drei Fledermaus-Nistkästen aufgehängt - teilweise mit täuschend echt wirkenden Eulenköpfen bemalt, um die Feinde der Fledermäuse abzuschrecken.

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Wie nützlich diese oft etwas argwöhnisch betrachtete Spezies dem Menschen sein kann, machte Dr. Werner deutlich. In einer Nacht kann eine Fledermaus bis zu 4 000 Mücken oder 40 Käfer verspeisen – für viele Gartenbesitzer wären sie die idealen vor der nächsten Freiluftparty. Bei den Behausungen unterscheiden die Spezialisten bei den rund 17 im Kreis Offenbach beheimateten Arten zwei verschiedene Systeme: etwa die Hälfte von ihnen leben im Wald in Nischen und Baumstämmen, die andere Hälfte sucht vom Menschen erbaute Behausungen und da mit Vorliebe schmale enge Spalten und Hohlräume etwa unter Dachtraufen oder an Türmen und Brücken.

Kontakt: Karlheinz Weber, Tel.: 06074 881310, khweber@t-online.de.

Das Nistverhalten der Fledermäuse möchten der NABU und die Initiative künftig ebenso genau beobachten wie das der heimischen Vögel rund ums „Braaret-Bernsche“. Dabei ist allerdings Geduld gefragt: Es kann vielleicht eine ganze Weile dauern, bis die ersten Fledermäuse wirklich in die drei Kästen einziehen werden. Von den Microchiroptera, den Federmäusen, gibt es weltweit rund 900 Arten – mal schauen, welche im Breidert heimisch werden. Die Nistkasten-Begehung endete mit einem kleinen Imbiss.

chz

Quelle: op-online.de

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