Flugbetrieb der lautlosen Art

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Große Konzentration war am Start bei Jung und Alt aus den Gesichtern abzulesen – es war nur ein Spiel, das aber jeder gerne gewinnen wollte.

Ober-Roden (chz) - Eine neue Start- und Landebahn für Flieger wurde in Ober-Roden eröffnet - und dennoch gab's keine Protestbewegungen, keine Lärmbeschwerden und keine Kerosinzulage. Zum dritten Mal lud der große blaue Papierflieger an der Ecke der Volksbank zum Papierflieger-Wettbewerb ein.

Die Jüngsten waren nicht immer ganz so begeistert wie ihre Eltern.

Vor allem Väter mit Söhnen folgten diesem Wegweiser, aber auch ganze Familienverbände kamen am Samstag in die Schulsporthalle.

Mit 50 Cent war man bei dem lautlosen Vergnügen dabei - 170 Würfe an diesem Nachmittag waren 50 mehr als im vergangenen Jahr, obwohl die Teilnehmerzahl etwa gleich groß war. Doch bei wem das Flieger-Gen erst mal geweckt war, den ließ es auch nicht so schnell wieder los. Die Einnahmen – auch aus dem Angebot an Kaffee und Kuchen - kommen der Jugendabteilung der Tischtennisabteilung der DJK zugute.

In verschiedenen Kategorien ging es wieder um Weiten und Flugzeiten. Neu war das Zielwerfen auf eine Zielscheibe in der Hallenmitte. Hierbei wurden die Nerven so mancher Starter arg strapaziert, wenn sich ihre Flieger plötzlich in einer sanften Kurve vom Zentrum weg Richtung Hallenwand bewegten oder gar elegante kleine Kreise zogen statt in der Mitte zu landen.

Sebastian Bergk zielsicherster Werfer

Beim Falten frei nach der Anleitung an der Hallenwand: Kai und Franziska Müller sowie (links) Tanja Seybold.

Der Naheste am Mittelpunkt der Scheibe war schließlich auch der Weiteste beim Distanzwurf: der Flieger des 14-jährigen Sebastian Bergk aus Dreieich landete nur 60 Zentimeter vom Zentrum der Zielscheibe entfernt. Mit einer Flugzeit von 8,37 Sekunden war der Flieger des Siegers im anderen Wettbewerb auch am längsten von allen Flugobjekten in der Luft. Damit hält der Dreieicher den neuen Rödermärker Langstrecken-Rekord auf diesem Gebiet! Also wohl sicher kein Zufallssieger, sondern eindeutig ein Werfer mit viel Gefühl für gute Flugeigenschaften.

Eine Superserie hatte in dieser Disziplin auch Lucas Klyk hingelegt: fünf Würfen über sieben Sekunden. Er hatte auch schon im vergangenen Jahr teilgenommen, als er noch in Rödermark wohnte. Diesmal war er extra aus seiner neuen Heimat in der Nähe von Langgöns angereist. „Es liegt schon am Falten, aber auch an der Technik“, erklärte er und zeigte, wie er seinen Zeit-Wurf nach dem Ausholen weit nach oben ansetzte.

Die größte Weite erzielte der Vorjahressieger Jonas Berner – mit exakt der gleichen Weite wie im vergangenen Jahr. (Die Würfe auf Weite wurden in drei verschiedenen Altersgruppen durchgeführt – bis sechs, bis 13 Jahre und älter).

Jüngster Teilnehmer war drei Jahre alt

Bürgermeister Roland Kern, der ebenso wie Ehefrau Angelika in den sportlichen Wettkampf eingriff, führte lange den Zeitwettbewerb an, ehe er sich dann doch geschlagen geben musste. Der jüngste Teilnehmer war wohl Simon Herbert, drei Jahre jung, der von seiner Großmutter fachkundig unterwiesen wurde.

Neuankömmlinge falteten - so sie nicht einen vorbereiteten Flieger aus einem Standard-A4-Blatt von zuhause mitgebracht hatten – im Vorraum der Halle ihre Flugobjekte, entweder frei nach Gefühl oder aber mit Blick auf die Modellbeschreibungen, die an der Hallenwand Anregungen gaben.

Impressionen vom Vorjahr

Fast sieben Sekunden in der Luft

Organisator Lutz Heider, den das ganze Team mit Mikrofon, Maßband und Stoppuhr in der Halle wie auch am Getränkestand unterstützte, war über seinen jetzt achtjährigen Sohn David auf die Idee gekommen, der im Kindergarten viel gefaltet und an einem kleinen Wettbewerb teilgenommen hatte. Auch Lutz Heider packte mehrfach das Wurffieber, doch ohne besondere Chancen.

Viele gute Argumente und vor allem die große Begeisterung der Teilnehmer sprechen dafür, den Wettbewerb 2012 zum vierten Mal auf die Beine zu stellen, trotz der damit verbundenen Arbeit und vor allem der Hallenbelegung: „Wir hätten es auch gerne nicht gerade am letzten Ferienwochenende gestartet, aber die Halle ist fast durchgehend belegt“, bedauerte Lutz Heider. Fürs nächste Jahr wünscht sich der Verein noch mehr Teilnehmer.

Quelle: op-online.de

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