Fluglärm: Etappensieg im Kampf gegen Krach

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Die Stadt darf beim Ausbau von Egelsbach ab jetzt ein Wörtchen mitreden.

Rödermark - Die Stadt hat einen Etappensieg im Kampf um etwas mehr Ruhe am Rödermärker Himmel errungen. Im dritten Anlauf hat das Regierungspräsidium (RP) Darmstadt ihren Antrag auf Vollmitgliedschaft in der Fluglärmkommission bewilligt. Von Micheal Löw

Sie muss in allen Fragen zum Betrieb und Ausbau von Flugplätzen - im konkreten Fall Egelsbach - gehört werden. Die Entscheidungen der Kommission sind für die Genehmigungsbehörden RP und Luftfahrtbundesamt aber nicht bindend. Ein Papiertiger ist sie deshalb aber keineswegs, sagt Bürgermeister Roland Kern optimistisch. Denn gewichtige Argumente zu Lärm- und Bevölkerungsschutz könnten nicht einfach vom Tisch gewischt werden.

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Der Fluglärmkommission gehören 13 Mitglieder an: die Kreise Darmstadt/Dieburg und Offenbach, Städte, Gemeinden und Bürgerinitiativen, die durch eine längere Landebahn in Egelsbach einen Verlust an Wohnqualität befürchten, sowie Vertreter der am Flugplatz ansässigen Firmen - quasi die Fürsprecher des Ausbaus.

Zwei Anträge auf Vollmitgliedschaft hat das RP abgelehnt

Rödermark wollte seit 2009 Mitglied der Kommission werden. Damals wurde die Stadt durch die Änderung der Anflugrouten nach Egelsbach überrumpelt. Seither überqueren nicht nur Propeller-, sondern auch kleinere Düsenmaschinen den Süden von Ober-Roden und Urberach in geringer Höhe. Doch mehr als einen Zuhörer-Status billigte das Regierungspräsidium der Stadt nicht zu.

Zwei Anträge auf Vollmitgliedschaft hat das RP abgelehnt. Argument: Rödermark ist vom Fluglärm nicht betroffen, weil seine Bewohner keinem Dauerkrach von mehr als 50 dB(A) ausgesetzt sind. Noch sind’s nur bestimmte Zeiten, in denen die Lear-Jets über die Dächer donnern. Seit kurzem darf das RP aber auch Vollmitglieder benennen, wenn „besondere Umstände des Einzelfalls“ das erfordern. Damit hat die Stadt ihren dritten Antrag erfolgreich begründet.

„Irgendwann endet das Maß des Erträglichen!“

Bürgermeister Kern ist der Sprecher der Stadt in der Kommission, Erster Stadtrat Alexander Sturm sein Stellvertreter. Kern will in der nächsten Sitzung am 9. November darauf drängen, dass die Anflugrouten geändert werden. Rödermärker Bürger mit Luftfahrt-Sachverstand hätten Alternativstrecken ausgearbeitet, die über Wald und Feld führen.

Können diese Ausweichstrecken am Ende zum Bumerang werden? Wenn dort heute ein Dutzend Düsenmaschinen „leise“ an Rödermark vorbeigeführt werden, funktioniert das nach dem Ausbau des Flugplatzes Egelsbach auch mit noch mehr und größeren Flugzeugen? Kern bezeichnete solche Gedankenspiele gestern als spekulativ: „Irgendwann endet das Maß des Erträglichen!“

Quelle: op-online.de

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