Förderverein managt Bistro

Gesundes oder Currywurst in der Nell-Breuning-Schule 

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380 vollwertige Mahlzeiten verkauft der Förderverein pro Woche überwiegend an die Schüler der NBS-Mittelstufe.

Ober-Roden - Hunderte von warmen Mahlzeiten und Snacks gehen im Bistro der Nell-Breuning-Schule Tag für Tag über den Tresen. Besonders mittwochs ist der Raum rappelvoll, doch an bestimmte Kunden kommt der Förderverein, der das Bistro managt, nicht dran. Von Michael Löw

Vorsitzende Stefanie Hagenlocher will aber auch die auf den Geschmack bringen, die bislang glauben, sie würden mit fader Mensakost abgespeist.

Stefanie Hagenlocher hat zwei Gruppen von Bistro-Verweigerern ausgemacht. Da gibt es zum einen die Oberstufenschüler mit Auto, die in der Mittagspause entweder nach Hause oder zu Mc Donalds nach Dietzenbach fahren. Und zum Leidwesen des Fördervereins machen viele Kinder und Jugendliche einen großen Bogen ums Bistro und decken sich nebenan bei Rewe mit Chips und Eistee ein.

„Nudeln to go“ im Isolierbecher

Denen will das Küchenteam das Bistro mit trendigen Kleinigkeiten schmackhaft machen. „Seit Sommer gibt es bei uns „Nudeln to go“ im Isolierbecher“, berichtet Stefanie Hagenlocher. An guten Tagen verkauft der Förderverein 100 Portionen. Ähnlich gefragt sind Schnitzelbrötchen und - wenn es sie einmal pro Monat gibt - Currywürste. Das Küchenteam muss ständig den Spagat zwischen einigermaßen gesunder Kost und den Wünschen der Fastfood-Generation bewerkstelligen.

Nudeln zum Mitnehmen, Wurst mit klebriger Soße in der Schule? Das bringt manche Eltern ins Grübeln. Doch Stefanie Hagenlocher redet nicht lange um den heißen Brei herum: „Wir haben keinen Erziehungsauftrag für Ernährungsgewohnheiten.“ Außerdem braucht der Förderverein die Einnahmen aus dem Bistro, um seine vielfältigen Aufgaben zu finanzieren. Er hat ein Budget von 12 000 Euro.

Zuschüsse für Klassenausflüge oder Tagesfahrten

Davon zahlt er unter anderem Schülern aus bedürftigen Familien Zuschüsse für Klassenausflüge oder Tagesfahrten - vorausgesetzt, die Eltern fragen danach. Denn die Hemmschwelle, sich als arm zu outen, ist hoch. Dabei ist Diskretion garantiert, das Hilfsgesuch geht über einen kleinen Ausschuss aus Förderverein und Lehrern nicht hinaus.

Verbesserungen fürs Bistro stehen auf Stefanie Hagenlochers Wunschliste ganz weit oben. Mittwochs ist das NBS-Restaurant am vollsten, dann gibt"s nicht mal mehr den sprichwörtlichen letzten Platz. 70 Schüler bestellen an diesem Tag nämlich das vollwertige Mittagessen mit Fleisch, Beilage und Gemüse. Dieses Tabletts dürfen sie aber nicht mit in die Pausenhalle nehmen, denn die will die Schulleitung frei von Soßenklecksen und Salatblättern halten.

Also überlegt der Förderverein, den Innenhof des Bistros zur Freiluftgastronomie aufzupeppen. Stabile Holzbänke und -tische sowie große Schirme könnten den Hof zumindest zwischen Mai und Oktober nutzbar machen. Das würde das Budget sprengen, Hilfe könnte im Rahmen eines „Social Day“ kommen: Dann tun Unternehmen einen Tag lang Gutes in Kirchen, Jugendprojekten, Kindergärten und vielleicht auch an der Nell-Breuning-Schule.

Der Förderverein hat rund 460 Mitglieder. Das klingt zunächst ziemlich viel, doch der Vorstand ist enttäuscht. Bei 1 800 Schülern und weit über 100 Lehrern dürften"s ein paar mehr sein. Zumal der Jahresbeitrag von 15 Euro niemanden vor Probleme stellt.

Quelle: op-online.de

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