Franz Kern erlebte als Bub ein Spiel um den Tschammerpokal

Schon 1942 im Pokalfieber

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Franz Kern mit dem Programm von 1942, der die Mannschaftsaufstellung enthält. Die vielen Erinnerungsstücke an der Wand im Hintergrund dokumentieren Kerns bewegtes und erfolgreiches Sportlerleben.

Rödermark - Das DFB-Pokalspiel der Eintracht gegen Schalke 04 hat in dem Ober-Röder Hobbyhistoriker Franz Kern alte Erinnerungen geweckt. Als Zehnjähriger fieberte er im Waldstadion beim Pokalspiel der Schalker gegen Vienna Wien mit. Von Bernhard Pelka 

Auch damals hatten die Knappen das Nachsehen: 2:6! Wimpel von Sportvereinen hängen neben Mannschaftsfotos und Ehrentellern. Andere Aufnahmen zeigen Spielszenen, ein Foto sogar eine Autogrammstunde mit Max Schmeling und Szenen einer Ehrung. Die Wand in einem Zimmer des Wohnhauses von Franz Kern schmücken viele Erinnerungen aus großen Sporttagen. Die Rödermärker kennen den 85-Jährigen als unverwüstlichen Handballer, der immerhin 600 Spiele absolvierte und zeitweise sogar die Kreisauswahl verstärkte. Ballsport begeisterte Franz Kern von Kindesbeinen an. So kam’s, dass er als Junge zusammen mit einem damaligen Ober-Röder Fußballidol der Germania, Adam Keller (alias „De Buckel“) 1942 im Frankfurter Waldstadion ein Pokalspiel erlebte. „Das war für mich eine Sensation.“

„Adam Keller war mit meiner Familie befreundet. Also hat er mich mal mitgenommen.“ Nach Frankfurt war das von Ober-Roden aus für den Zehnjährigen eine Weltreise. „Wir sind mit dem Zug gefahren und dann ab Neu-Isenburg zu Fuß durch den Wald zum Sportfeld gelaufen.“

So feiert die Eintracht den Finaleinzug: Fotos

Im Stadion fieberten beim Spiel Schalke 04 gegen Vienna Wien beim Wettstreit um den Tschammerpokal rund 30.000 Fans mit. Nach Kerns Erinnerung fighteten auch die Mannschaften des Luftwaffensportvereins Hamburg und des Dresdener Sportclubs um die Trophäe. In der Halbzeit gab es belegte Brote. Den Prospekt vom Spieltag mit der Mannschaftsaufstellung hat Franz Kern in einer Plastikhülle zwischen vielen anderen Akten gut aufbewahrt. So weit die positiven Erinnerungen. Zum Fürchten war hingegen, was der Stadionsprecher mitten in der Partie mitteilte. „Es wären feindliche Luftwaffenverbände im Anflug, hat er gesagt. Sofern sie sich weiter nähern, sollte man das Stadion verlassen und zum Schutz den umliegenden Wald aufsuchen“, erinnert der Senior. Zum Glück kam es nicht dazu. Das Bombergeschwader drehte vor Frankfurt ab. Und die Fußballfans feuerten weiter ihre Idole an. Ach ja: Schalke verlor letztlich mit 2:6.

Quelle: op-online.de

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