Frauen längst in Überzahl

Zwar nicht mehr Männer der ersten Stunde, aber seit 60, 40 oder 20 Jahren Sänger im Lehr‘schen Männerchor: Der Vorstand dankte den Jubilaren mit Präsentkörben, Urkunden und Ehrennadeln für ihre lange Treue. Fotos: Ziesecke

Ober-Roden - (chz) Man soll die Feste feiern, wie sie fallen - dies beschlossen die Lehr'schen Chöre und begingen ihren 80. Geburtstag mit einer akademischen Stunde im Foyer der Kulturhalle.

Vorsitzender Hans Hitzel begrüßte befreundete Vereine sowie Ehrengäste aus Politik und Verband und zitierte Beethoven: „Musik ist die höhere Offenbarung als alle Weisheit und Philosophie“. Hitzel freute sich aber auch, dass mit der Öffnung des ursprünglichen Männergesangvereins nun schon eine zwei Drittel der Aktiven Frauen sind.

Schriftführer Hans-Peter Hente würdigte die Vereinsgeschichte. Er spannte den Bogen von den 14 sangesfreudigen Männern, die im August 1929 im Gasthaus „Zum Adler“ das „Doppelquartett“ gegründet haben und sich aus Dankbarkeit für ihren Dirigenten 1939 in den „Lehr'schen Männerchor“ umbenannten bis hin zur Gründung des Lehr'schen Frauenchors und des Jungen Chores 1987. Er erinnerte an die 32 Chor- und Orchesterkonzerte in der 80-jährigen Vereinsgeschichte ebenso wie an die Gruppe der „Laternchensänger“, an Wettbewerbssiege, hohe Auszeichnungen und die Reisen und Ausflüge mit Konzerten.

Mit Heinrich Schledt, Georg Lehr, Georg Heinrich Grimm, Heinz Röhrig, Winfried Siegler, Matthias Dickhuth und Regina Wahl würdigte er sämtliche Dirigenten des Männerchores seit 1929. Hente dankte aber auch der Sängerfamilie Schwab, die seit Gründungsmitglied Alois Schwab stets engste Kontakte zum Verein hatte. Ihr Name sei 50 von 80 Jahre mit dem Vorsitz des Vereins verbunden - in Person von Alois, Karl und Norbert Schwab.

Sowohl der Frauenchor unter der Leitung von Werner Utmelleki als auch das Vokalensemble unter der Taktführung von Regina Wahl gratulierten mit einem Czardas oder dem symbolischen Gospel „Power“ ihrem Stammverein. „Wenn man 80 Jahre wird, kommt der Bürgermeister zu Besuch!“ - daran orientierte sich Stadtoberhaupt Roland Kern und bescherte den Verein wie bei seinen Seniorenbesuchen: mit einer Urkunde der Stadt, mit einem Weinpräsent und einem süßen Rödermark-Gruß: „Sie wirken als Verein öffentlich, aber auch in sich hinein!“

Stadtverordnetenvorsteherin Maria Becht betonte, dass es gerade das Zusammenspiel zwischen Tradition und Innovation ist, was den Verein auszeichnet - allein schon daran bewiesen, dass er rechtzeitig die Öffnung zu mehreren Abteilungen gewagt hat.

Im Namen aller Ober-Röder Vereine gratulierte Stefan Junge, der Vorsitzende des Ortsvereinsrings, dem Geburtstagskind. „Die Lehr'schen Chöre, das ist Singen gepaart mit Stil“, lobte Siegfried Roet, der stellvertretende Vorsitzende des Sängerkreises Offenbach, und zeichnete einige Sänger aus: Herbert Horch und Eckehart Kleinau für 25, Jürgen Freund und Hans-Peter Hente für 40 und Franz Keller und Hans Schmidt für 60 Jahre Männergesang.

Der Verein schloss sich den Ehrungen ebenfalls an; Hans Hitzel dankte Herbert Horch, Eckehart Kleinau und Peter Scholz für 25 Jahre und Rudolf Scheer für 40 Jahre. Hans Lutz und Hans Schmidt sind 60 Jahre den Chören treu. Seit 25 Jahren ist Norbert Schwab stellvertretender Dirigent und bei Bedarf als Abteilungsleiter präsent.

Quelle: op-online.de

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