Polizisten an der Trinkbornschule

Freie Fahrt nur mit Prüfung

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Eine der Grundregeln, die die Polizisten den Schülern vermittelten: Arm raus vorm Abbiegen. Und zwar zeitig!

Ober-Roden - Sind Kinder heutzutage noch sicher auf dem Fahrrad unterwegs? Oder geht das Dauerdaddeln an Playstation, X-Box und Co. auf Kosten der Verkehrssicherheit? Die Fahrradprüfungen an der Trinkbornschule geben Anlass zur Hoffnung.

Alljährlich bekommen Ober-Röder Viertklässler vor Ostern den letzten Schliff auf dem Fahrrad, ehe sie endgültig auf die Straßen losgelassen werden. „Fahrradprüfung“ heißt das Zauberwort, das immer ein wenig Bange auslöst, aber auch Freiheit signalisiert. Kurz vor den Ferien steht die Trinkbornschule auf dem Programm der Jugendverkehrsschule Offenbach. Polizeioberkommissar Roger Heberer und seine in diesem Bereich neue Kollegin, die Ober-Röder Kriminaloberkommissarin Sandra Wöllenstein, sind die „Fahrlehrer“.

Beide haben Kinder und wissen nicht nur von Berufs wegen, wie sie mit den jungen Radlern umgehen. So bleibt denen die Jugendverkehrsschule positiv im Gedächtnis. Während der ersten Woche gab"s nicht viel zu verbessern. Denn die Räder der Viertklässler waren fast durchweg perfekt ausgestattet; da wackelte höchstens mal ein Sattel oder der Dynamo ging schwer. Auch die neueren Lichtanlagen waren vollständig: Zur Klemmlampe kam der vorne und hinten benötigte Rückstrahler, und so mancher Reifen war mit kleinen Extra-Reflektoren bestückt – das Wichtigste im Dunkeln ist das Gesehenwerden. Schließlich dürfen und müssen die Kinder nach absolvierter Fahrradprüfung nun auf den öffentlichen Radwegen und Straßen fahren.

Bei der Klasse 4e, die von ihrer Lehrerin Stefanie Hoffmann begleitet wurde, war alles kein Problem. Die Kinder waren bis auf eines, das kein eigenes Rad hat und eines von der Jugendverkehrsschule geliehen bekam, absolut verkehrstauglich ausgerüstet. Dazu gehört auch der Helm. Sie genossen die erste Übungsstunde auf dem Schulhof vergnügt, aber konzentriert. Nach einer halben Stunde Theorie, in der es um Verkehrsschilder und die wichtigste aller Regeln, das Rechts-vor-Links-Gebot, ging, haben sie einen kleinen Parcours mit Abbiegen und entsprechenden Handzeichen und deshalb streckenweise einhändig absolviert. „Und am Schluss rechtzeitig bremsen und ja nicht die Kuchenlatte umfahren“, warnte Heberer vorm Start und drohte augenzwinkernd: Zur Strafe müssen die Spätbremser Kuchen für alle mitbringen.

Das müssen sie über Fahrradhelme wissen

Der Polizeioberkommissar weiß, wie er die Aufmerksamkeit der Neun- bis Zehnjährigen bekommt. Er behandelt sie mit viel Humor und geht mit ihnen wie mit Erwachsenen um; er nimmt sie ernst und bringt sie zugleich zum Lachen – und das schon seit vielen Jahren. 20 Schulen fallen in seinen Aufgabenbereich und damit 55 vierte Klassen zwischen Heusenstamm. Rödermark, Dietzenbach und Teilen von Rodgau.

Das Radeln mit den Schülern ist seine Vormittagsaufgabe; nachmittags kommen Gespräche mit Lehrern und zahllose Veranstaltungen in Kindergärten dazu. Und er findet immer den richtigen Ton: „Falls es nicht gleich klappt, dann nicht verzweifeln – wenn ihr"s ein paar Mal macht, könnt ihr's!“

Das richtige Modell: Wer braucht welchen Radhelm?

Das zeigt sich bei der Klasse 4e beim Schneckenlauf: Immer fünf Kinder fahren eine abgegrenzte Strecke so langsam wie möglich – was sich als schwieriger erweist als gedacht. Der Sieger kommt in die Finalrunde; am Schluss strahlt Abdullah und freut sich über den ungekrönten Sieg, ehe es wieder in die Klassenzimmer zurück geht.

Unmittelbar vor der Prüfung fahren die Schülerinnen und Schüler mit ihren Trainern runter vom Pausenhof. Sie beweisen in ruhigen, aber keineswegs autolosen Straßen, dass sie’s können, das Radeln auf zwei Reifen, und unter normalen Umständen kein „Taxi Mama“ brauchen. Schließlich weist ihnen auch der Schulwegeplan der Stadt Rödermark die sichersten Wege zu ihrer Schule. (chz)

Quelle: op-online.de

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