Freie Wähler fordern Verbot von Tiefflügen

Rödermark (lö) - Nach dem Flugzeugabsturz in der Nähe von Egelsbach, bei dem am 1. März fünf Menschen starben, fordern die Freien Wähler (FW) ein sofortiges Flugverbot über dem besiedelten Teil von Rödermark.

„Der Flugplatz Egelsbach gilt als einer der gefährlichsten in Europa. Seit 2003 stürzten fünf Flugzeuge ab, zehn Menschen kamen ums Leben - bisher nur Insassen“, warnt FW-Vorsitzender Ingolf Heiß.

Seiner Ansicht nach hat in Rödermark der Widerstand gegen den Ausbau des Flugplatzes Egelsbach gerade noch rechtzeitig eingesetzt. Diese späte Erkenntnis schreiben sich die Freien Wähler auf die Fahnen. Obwohl ihnen etablierte Parteien Panikmache vorwarfen, hätten sie Proteste gegen eine längere Landebahn und ein Instrumenten gesteuertes Anflugsystem gebündelt. Daraus entstand die Rödermärker Bürgergruppe gegen Fluglärm und Tiefflüge (RBgT).

Tiefflüge verursachen Lärm

„Die politisch Verantwortlichen haben 2009 den defizitären Flugplatz an den US-Investor Warren Buffet verkauft und lobten das als wichtige Infrastrukturmaßnahme“, blickt Heiß zurück. Dieser Auffassung hätten sich lange auch Rödermärker Parteien angeschlossen. Nachdem auf Initiative der RBgT zuerst über 100 und bei der Bürgerversammlung über 300 Rödermärker protestierten, hätten Rödermärker Politiker begriffen, dass Tiefflüge Lärm verursachen.

Der Absturz vermittele bei ihnen nun die Einsicht, dass Tiefflüge über bewohntem Gebiet gefährlich sind. CDU und AL hätten jetzt einen Berichtsantrag an den Magistrat gestellt, ob Bevölkerung und Hochspannungsleitungen gefährdet sein könnten. Dieselben Politiker, so Vorsitzender Heiß, haben am 15. Februar 2011 in der Stadtverordnetenversammlung einen FW-Antrag abgelehnt, wonach das Regierungspräsidium Tiefflüge nach Sichtflug-Richtlinien verbieten sollte.

Seine guten Kontakte hätten die Aufnahme Rödermarks in die Lärmschutzkommission auf den Weg gebracht, sagt Heiß. Die RBgT hat dies mit Beteiligung von Bürgermeister Roland Kern zum Erfolg geführt. Das zeige, wie sinnvoll es ist, wenn die Stadt mit einer kompetenten Initiative zusammenarbeite.

Quelle: op-online.de

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