Kritik an Koalition

Freie Wähler rechnen ab

Rödermark (lö) - Ein abgekartetes Spiel von CDU und AL bei der Magistratsbesetzung schließe zehn Prozent der Wähler von Entscheidungen aus, eine schwarz-grüne Mehrheit in Verweigerungshaltung mache Sachdiskussionen nahezu unmöglich:

Die Freien Wähler Rödermark (FWR) ziehen nach gut einem Jahr im Parlament eine Bilanz, die zur Generalabrechnung mit der Koalition und ihren Spitzenleuten, Bürgermeister Roland Kern und Erster Stadtrat Alexander Sturm, wird.

Rödermark hat den Rückwärtsgang eingelegt, kritisieren Vorstand und Fraktion der FWR. Bürgermeister Kern fordere Nachbarkommunen auf, neue Gewerbegebiete auszuweisen und sei gleichzeitig damit zufrieden, dass Rödermark die „südhessische Hauptstadt für Kunst, Kultur, Integration und Soziales“ wird. Deutlich werde dies an den Überlegungen von Schwarz-Grün zum Festplatz Ober-Roden. Dort forderte die FWR, neben sozialen Einrichtungen auch normalen Wohnungsbau mit einzuplanen. Das habe die „Antiwachstums-Partei“ AL abgebügelt und die CDU habe sich „wie üblich geduckt“.

Beim Badehaus sind nach Ansicht der FWR nur zwei Dinge konstant: das jährliche Millionendefizit und die „oberste Führung“ - sprich: Stadtrat Sturm. Drei teure Leiter seien freiwillig gegangen oder hätten gehen müssen, „zu viele Laien hätten zu viele Stellschrauben gedreht“. Der neuen Doppelspitze aus langjährigen Badehaus-Mitarbeitern raten die FWR, „Wolke neun zu verlassen, um die Finanzprobleme in den Griff zu bekommen“. In der FWR-Bilanz fehlt aber die Forderung, Sauna und Wellnessbereich zu privatisieren. Fraktionsvorsitzender Manfred Rädlein ist ein Verfechter dieser Lösung.

„Weg der Überschuldung“

Bei den Finanzen sehen die FWR schwarz: „Die Koalition hat den Weg in die Überschuldung vorgezeichnet.“ Statt sich mit den Spar-Anträgen auseinanderzusetzen, habe sie einer Erhöhung des Defizits zugestimmt und jeglichen Willen zum Sparen oder zu Einnahmeverbesserungen vermissen lassen. Höhere Gebühren oder Beratung durch Fachleute von außen haben nach Erkenntnissen der FWR in anderen Städten gewisse Erfolge gebracht, in Rödermark ignoriere die Mehrheit solche Vorschläge.

Kein gutes Haar lassen Rädlein und FWR-Vorsitzender Ingolf Heiß an der Bildungspolitik der Mehrheit. Nicht einmal jeder dritte Rödermärker sei mit dem Angebot an weiterführenden Schulen zufrieden, doch ein Gymnasium werde abgelehnt, weil es nicht ins ideologische Konzept der AL passt.

Eine verpasste Gelegenheit, bei der „echtes Geld in den Sand gesetzt wurde“. So lautet die FWR-Bewertung für den geplatzten Verkauf des Bahnhofs Ober-Roden, der weiterhin „einen ghettoartigen Anblick“ biete. Nur wenn die Stadt und ein möglicher neuer Investor „keine auf Kante genähten Projekte“ mehr anstrebten, habe dieser Teil der Ortskernbelebung überhaupt eine Chance.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Birgit H./pixelio.de

Kommentare