Mäßiges Interesse am Freiwilligentag

Kleiderladen legt los

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Der Ober-Röder Marcus Schank hatte vom Helfertag in der Zeitung gelesen und sich mit seiner Partnerin bei Projektleiterin Beatrix Duttine-Eberhardt gemeldet – nun hatte er es mit zahllosen aufzubauenden IKEA-Regalen zu tun.

Ober-Roden - Die traurige Seite des Freiwilligen-Tages des Kreises Offenbach: Nur ein einziger Ober-Röder Bürger mit seiner Begleitung kam zum Projekt Kleiderladen, einem der größten im Kreis, um dort kräftig anzupacken – sonst niemand.

Positiver Aspekt: Diese ehrenamtliche Hilfe führte dazu, dass bereits die ersten Regale montiert sind und die Theke – nach letzten Handgriffen – bald als Herzstück im Kleiderladen stehen wird.

„Es ist sehr schade“, bedauerte Beatrix Duttine-Eberhardt, die Projektleiterin und fachliche Begleiterin der Kleiderladen-Projekte des Kreisverbands des Deutschen Roten Kreuzes, „denn wir erhoffen uns aus dem heutigen Engagement ja auch ehrenamtliche Mithilfe für das im August anlaufende Projekt.“ Doch sie hat in den letzten Tagen erfahren, dass es anderswo im Kreis auch nicht viel besser aussieht. Bei Freiwilligentags-Projekten in der Umgebung wie etwa in Obertshausen oder in Mühlheim waren großteils neben bereits ehrenamtlich Engagierten nur ein oder zwei „Neue“ aktiv. „Ich kann mir nicht erklären, woran es liegt. Schwierig ist derzeit die Gewinnung längerfristig Engagierter, doch bei Projekten klappt es eigentlich meistens.“

Professionelle Hilfe der Herstellerfirma nötig

Geklappt hat’s bei Marcus Schank, der den Aufruf in unserer Zeitung gelesen und sich mit seiner aus Aschaffenburg stammenden Partnerin angemeldet hat. Kurz nach 10 Uhr standen die Beiden arbeitswillig und aufbauerprobt im zukünftigen „Kleiderladen“ im ehemaligen Berker-Laden in der Dieburger Straße und fassten gleich richtig zu. Sie haben gerade einen Küchenaufbau hinter sich und wissen noch, wie man IKEA-Regalen am besten zuleibe rückt.

Mehr Sorgen machte da schon die kostenlos überlassene Theke, die keineswegs so zusammenpassen wollte, wie sie es sollte. Hier wird professionelle Hilfe der Herstellerfirma nötig werden. Doch für die kleine Truppe, die anfänglich noch vom Abteilungsleiter Wohlfahrtsdienste des DRK unterstützt und die von Projektleiterin Beatrix Duttine-Eberhardt gelenkt wurde, war das Ergebnis beeindruckend.

Im bis in die frühen Vormittagsstunden des Samstag noch frisch gestrichenen großen Verkaufsraum des DRK Kleiderladens mit seinen freundlichen hellgelben und roten Grundfarben leuchten nun schon rote Regale („Wir sind schließlich das Rote Kreuz – das können wir auch ruhig zeigen!“, schmunzelte Beatrix Duttine-Eberhardt).

Auf Spender und Spenden angewiesen

Noch ist bis zur eigentlichen Eröffnung am 24. August etwas Vorlauf, doch mindestens vier Wochen vorher sollten die ersten Annahmen für Bekleidung klappen. Schließlich kann der Kleiderladen nicht einfach bestellen, sondern ist auf Spender und Spenden angewiesen, ebenso wie auf ehrenamtlich Helfer, die bis dahin akquiriert sein müssen. „Davon hängen auch die Öffnungszeiten ab, die anfänglich wohl nur ein- oder zweimal in der Woche sein werden, später aber hoffentlich fast täglich.

„Das ist schon sportlich, was wir da noch zu leisten haben“, weiß die fachliche Leiterin, die genug Erfahrung hat mit den DRK-Kleiderläden in Nieder-Roden, Mühlheim und Neu-Isenburg ebenso wie der Kleiderstube in Hausen und der Kleiderkammer in Langen. Zielgruppe sind sozial benachteiligte Menschen, die sich vor allem mit dem Laden-Angebot nicht mehr wie Bittsteller, sondern eher wie reguläre Kunden vorkommen sollen. Das geht jedoch nicht ohne ehrenamtliche Mithilfe.

  • Kontakt: www.drk-of.de; Mail: sozialarbeit@drk-of.de, aber auch beim Ehrenamtsbüro der Stadt Rödermark, Elke Heidelbach, Rathaus Ober-Roden, 060747911276.

Insgesamt sind die Organisatoren Freiwilligenzentrum Offenbach und Diakonisches Werk Offenbach-Dreieich-Rodgau sehr zufrieden mit Verlauf des Tages. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor. Mehr als 150 Freiwillige hätten sich bei 17 Projekten (acht in Offenbach Stadt, neu im Kreis) engagiert. Viele kamen aufgrund aktueller Pressenankündigungen auch spontan und unangemeldet, so dass noch viel mehr geschafft werden konnte.

Die Renovierung der Lagerräume des Sozialprojekts „Tante Emma“ in Jügesheim wurde auf August verschoben. Hier gab es zwar viele Freiwillige, der „Chef-Renovierer“ fiel jedoch kurzfristig aus. 

chz

Quelle: op-online.de

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