Frische-Markt in den Zehnthof

+
Der Ober-Röder Unternehmer Manfred Rädlein macht im Berufsalltag weltweit Geschäfte mit Holz. Am 18. März wurde der 61-Jährige zum neuen Gewerbevereinsvorsitzenden gewählt. Auch die FDP-Fraktion im Rödermärker Stadtparlament vertraut auf seinen Sachverstand und seine Ideen.

Rödermark - (bp) Welche Ziele verfolgt der am 18. März neu gewählte Vorsitzende des Gewerbevereins Rödermark? Wir sprachen mit dem Ober-Röder internationalen Holz-Agenten Manfred Rädlein (61).

Was hat Sie bewogen, sich als Gewerbevereinsvorsitzender zu bewerben?

Ich habe mich eigentlich nicht beworben, sondern wurde vom alten Vorstand vorgeschlagen. Die vergangenen zwei Jahre als Stellvertreter haben dazu offenbar diese Entscheidung gefördert.

Dann wollten Ihre Vorgänger nicht mehr?

Nach 16 beziehungsweise 14 Jahren Amtszeit wollte der bewährte Vorstand einen Wechsel.

Wie waren denn die ersten Monate?

Nicht einfach. Ich musste mich in die neue Aufgabe erst hineinarbeiten. Leider kam hinzu, dass meine Stellvertreterin, Martina Schwarzkopf aus gesundheitlichen Gründen eine Pause einlegen musste. Allerdings war die Unterstützung durch den alten Vorstand sehr hilfreich. Heute stehen wir gut da und haben schon viel geleistet, denken Sie nur an den sehr erfolgreichen Markttag.

Ihr Amtsbeginn fällt in eine schwere Zeit. Wie sehr betrifft die weltweite Krise den örtlichen Handel und das Handwerk?

In Deutschland lief der Konsum ja noch recht lange gut, um sich dann aber schnell einzubrechen. Das Geschäft ist im Einzelhandel und für Dienstleister inzwischen sehr schwer geworden.

Durch alle Branchen hindurch?

Dem Handwerk geht es durch das Konjunkturpaket derzeit verhältnismäßig gut. Aber der Einzelhandel mit Textilien, Schuhen, und so weiter leidet sehr.

Was fehlt denn im Warensortiment in Rödermark?

Das Einzige was mir einfällt, das wir noch hinzufügen könnten, wäre ein regionaler Elektronikmarkt oder ähnliches, zum Beispiel an der Mainzer Straße.

Was bereitet Ihnen Sorge? Stichwort: Leerstände, Zehnthof?

Der Zehnthof in Ober-Roden ist ein ganz wichtiger Faktor für die Ortskernentwicklung. Wir arbeiten vehement daran, ihn wieder mit Leben zu füllen und zwar mit einem Frische-Markt. Dafür wird aber dringend Parkraum benötigt. Hier wird daran gedacht, dass die Stadt Rödermark den Parkplatz hinter dem Zehnthof und dem Rathaus aus privater Hand kauft, um den Zehnthof beleben zu können.

Wo sehen Sie Ihre Arbeitsschwerpunkte in den nächsten Monaten?

Neben den üblichen Aufgaben des Gewerbevereins und dem Bestreben zukünftige Veranstaltungen mit der Stadt Rödermark, der Kunst, Kultur und den Vereinen zu vernetzen, hat der Gewerbeverein einen Masterplan erarbeitet. Das hört nicht auf beim Zehnthof. Das geht weiter über den Bahnhof Ober-Roden, das Marktplatz Laden Zentrum und über die Anker-Läden. Hier gibt es viel versprechende Konzepte. Auch für Urberach haben wir große Pläne.

Welche?

Vorstellbar wäre eine Beruhigung der Bundesstraße, der Konrad-Adenauer-Straße und der Straße nach Messel, um für die wunderschöne Altstadt wieder eine angemessene Wahrnehmung zu ermöglichen. Wir haben dort die Kelterscheune, den Häfnerplatz davor, Los Banditos, und den alten Goldenen Löwen, beides wunderschöne Fachwerkhäuser, die Katholische Kirche, eingerahmt von einem weiteren alten traditionellen Haus, einem Kosmetik Institut, eine altehrwürdige Gaststätte im Fachwerkbau mit Biergarten, die alte Naschkatze, ein schmales Fachwerkgebäude und vieles mehr. Wenn man die Kreuzung beruhigen könnte, träte dies alles wieder in den Vordergrund.

Aber eine Bundesstraße zu entwidmen dauert 20 Jahre.

Wer sich dieses wunderschöne Zentrum einmal bei wenig Verkehr an einem ruhigen Sonntagvormittag ansieht, der muss einfach erkennen, welches Juwel einer Altstadt Urberach hier hat. Wie man dieses Juwel schleift oder nicht, kann nicht Sache des Gewerbevereins Rödermark sein. Wir können nur appellieren.

Wie stellt sich denn der örtliche Handel auf Internet & Co. ein?

Wir arbeiten daran, die Firmen durch ein Internetportal zu vernetzen und damit eine Möglichkeit zu schaffen, sich in diesem neuen Medium in Worten und bewegten Bildern zu präsentieren. Verknüpft natürlich mit Wegebeschreibungen, Öffnungszeiten und einem Einblick ins Sortiment.

Was halten Sie vom aktuellen Einzelhandelsgutachten für die Stadt Rödermark?

Das Gutachten ist ein Segen. Es bestätigt den Plan und die Vorstellungen des Gewerbevereins in Sachen Ortskern Ober-Roden und der Gesamtentwicklung in Rödermark voll und ganz.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare