Früh Verantwortung tragen

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Cathrin Laupichler (links) und Tanja Wiedenmann sind zwei von drei 21-Jährigen, die in Ober-Roden für den Kirchenvorstand kandidieren. Sie wollen helfen, „wo man gerade gebraucht wird und Verantwortung für die ganze Gemeinde übernehmen“. Auch trockene Themen wie Finanzen, Bauunterhaltung oder Personal jagen ihnen keine Angst ein.

Rödermark - Fünf junge Leute wollen am Sonntag, 21. Juni, ins Leitungsteam der evangelischen Kirchengemeinden in Ober-Roden und Urberach gewählt werden. Sie sind zwischen 18 und 21 Jahre alt und möchten zeigen, dass sie Verantwortung tragen wollen und können. Erfahrungen. Erfahrungen in der kirchlichen (Jugend)-Arbeit haben sie jedenfalls schon reichlich gesammelt. Von Michael Löw

Den rund 2 900 stimmberechtigten Protestanten in Ober-Roden, Waldacker und Messenhausen stellen sich Tanja Wiedenmann, Cathrin Laupichler und Tobias Weisser zur Wahl. Sie engagieren sich schon seit ihrer Konfirmandenzeit in der Gemeinde. Im Kirchenvorstand wollen sie aber mehr tun als ausschließlich die Interessen der Jugend zu vertreten. Pläne schmieden für die Zukunft gehört ebenso dazu wie die Arbeit am Finanzhaushalt, die Bauunterhaltung oder Personalangelegenheiten.

Klar - ihr Hauptaugenmerk gilt weiter der Jugendarbeit: „Schließlich sind wir vom Alter her noch ganz nah dran“, sagt Cathrin Laupichler. Sie will vor allem die „große Lücke im mittleren Alter schließen“. Tanja Wiedenmann meint damit die 15- und 16-Jährigen, die sich im Moment eher rar machen. Da hoffen beide auf den derzeitigen Konfi-Jahrgang.

Tobias Weisser hat durch seine Ausbildung zum Krankenpfleger jetzt mehr mit älteren Menschen zu tun und kennt die Erwartungen beider Generationen. Er will sich auch dafür einsetzen, „dass die Ober-Rodener Kirchengemeinde ein Ort bleibt, der für Jung und Alt attraktiv ist“.

In Urberach geht mit Jörg Brenner einer der jüngsten Kandidaten im gesamten Dekanat Rodgau an den Start. Der 18-jährige Schüler ist im fünften Jahr als Jugendgruppenleiter in der Petrusgemeinde aktiv und setzt sich dafür ein, „dass Kinder und Jugendliche ein größeres Interesse an der Petrusgemeinde entwickeln“. Damit das trotz der angespannten Finanzlage gelingt, will er junge Leute motivieren, sich mit dem Glauben zu beschäftigen

Karsten Ruthenberg (19) war schon auf vielen Urberacher Konfi- und Kinderfreizeiten als Betreuer dabei, veranstaltet die „Rock around the Church“-Nächte mit und beteiligt sich am „Gottesdienst mal anders“.

Glaube, Gemeinschaft und Zusammenhalt der Generationen liegen allen fünfen am Herzen. Sie freuen sich auf die Verantwortung, die das hohe Amt mit sich bringt. „Was wir als Kirchenvorstand tun oder nicht tun, betrifft jedes einzelne Mitglied in der Gemeinde“, lautet Cathrin Laupichlers Plädoyer für eine hohe Wahlbeteiligung.

Pfarrer Oliver Mattes freut sich über die Kandidatur der jungen Erwachsenen. Denn so viel Engagement sei alles andere als selbstverständlich: „Schon viele unserer Konfis sind mit Schule und Vereins- und Freizeitaktivitäten so belastet wie mancher Arbeitnehmer.“ Die verkürzte Gymnasialzeit und Zentral-Abi täten ihr Übriges, dass sich die meisten jungen Leute nicht eben um Arbeit in der Gemeinde reißen.

Quelle: op-online.de

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